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Leverkusen
Schnelle Post auf dem E-Bike

Leverkusen: Schnelle Post auf dem E-Bike
Silvia Hrovat und Sascha Czok sind als Zusteller mit dem E-Bike und dem E-Trike unterwegs. FOTO: Ralph Matzerath
Leverkusen. Wer täglich 20 Kilometer mit 30 Kilogramm Briefen unterwegs ist, braucht gute Ausdauer. Dabei helfen Leverkusener Postboten nun Elektrofahrräder, die eigens für den Zweck gebaut werden. Von Ina Bodenröder

Ein Ausflugsziel für Freizeitradler ist der Leverkusener Stadtteil Mathildenhof wohl eher nicht. Denn zahlreiche Hügel lassen das Fahrradfahren zu einer anstrengenden Angelegenheit werden. Für Sylvia Hrovat (50) und Sascha Czok (43) führt allerdings kein Weg an Mathildenhof vorbei: Sie sind Postboten und jeden Tag mit dem Fahrrad dort unterwegs. Seit kurzem aber geht es deutlich leichter.

Hrovat hat für ihre Arbeit ein neues E-Bike bekommen, Czok ist auf einem E-Trike mit einem zusätzlichen Rad hinten unterwegs. Die Fahrzeuge ersetzen die herkömmlichen Lastenräder. Die Deutsche Post lässt sie seit geraumer Zeit von ihrer Tochtergesellschaft StreetScooter nach den speziellen Anforderungen der Postzusteller bauen. "Früher war ich mit 30 Kilo Briefen unterwegs, jetzt kann ich eine Kiste mehr mitnehmen", erzählt die Postbotin von ihrer täglichen Arbeit. Sechs Stunden sei sie unterwegs, rund 20 Kilometer. Seit sie dieses E-Bike bekommen habe, sei sie richtig schnell und bergauf gehe es eindeutig leichter. "Am Ende meiner Runde bin ich einfach nicht mehr so kaputt", sagt Sylvia Hrovat. Dabei musste sie zunächst erst einmal lernen, mit dem neuen E-Bike umzugehen. Fahrrad, Post und Fahrer bringen zusammen immerhin rund 200 Kilo auf die Waage, leicht zu fahren ist es nicht. Bedienung, den Umgang mit dem Handgas oder Gleichgewicht halten in den Kurven hat die Post daher eigens schulen lassen. Auch Sascha Czok ist zufrieden mit seinem E-Trike, das wie ein großes gelbes Dreirad aussieht. Er kann damit sogar bis zu 80 Kilo Post auf einen Schlag mitnehmen, was für ihn ganz praktisch, für seinen Arbeitgeber vor allem aber auch kostensparend ist.

"Es wird immer schwieriger, unterwegs Postablagestellen zu bekommen", sagt Chris Borgwardt, neuer Zustellstützpunktleiter in Leverkusen. Die grauen Kästen, an denen die Boten bislang ihre Posttaschen nachgefüllt haben, seien nicht beliebt bei der Stadt und kosteten außerdem Geld. Mit dem E-Trike aber muss der Postbote seltener nachladen. Sicherer ist das Fahrzeug auch: Es kann mit seinen drei Rädern trotz der Last nicht mehr umfallen - selbst im Winter bei Glatteis nicht. Doch auch Czok musste sich erst einmal daran gewöhnen: "Es hat schon ein anderes Kurvenverhalten als ein Fahrrad, der Wendekreis ist deutlich größer", erzählt der Zusteller. Dafür habe er nun abends - außer vom vielen Laufen - keine schweren Beine mehr. Sieben E-Bikes und 18 E-Trikes der neuen Generation sind in Leverkusen bereits im Einsatz, die 60 alten Modelle sollen künftig immer dann ersetzt werden, wenn sie ihren Dienst ohnehin aufgegeben haben. Für die Post sind die E-Bikes und -Trikes indes ein Teil ihrer Umweltschutzpolitik: Mittelfristig will der Konzern seine gesamte Zustellflotte durch Elektrofahrzeuge ersetzen.

Quelle: RP
 
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