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"Benefiz"-Ärger
Schoofs löscht Eintrag und greift Scholz (CDU) an

Leverkusen. Die Sponsoren sind offensichtlich erst einmal besänftigt: Bürgerlisten-Kopf Erhard Schoofs hat seinen umstrittenen Eintrag auf der Internet-Plattform Facebook gelöscht. Von Peter Clement

Dort hatte der Politiker anlässlich des Oldie-Konzerts mit der Band "Tatsch Daun" am Samstag Abend im Saal Norhausen verkündet: "Die Einnahmen von diesem Rock-Event kommen der gemeinsamen Aktion ,LEV muss leben' der Leverkusener und Kölner Bürgerinitiativen zugute, um damit die Planungen der Kombilösung zu finanzieren. Diese löst die Autobahnprobleme zur A1/A3 und A59 in zeit-und geldsparender sowie bürgerfreundlicher Weise."

Das brachte die Sponsoren, unter anderem EVL, WGL und Sparkasse, gehörig auf die Palme: Sie zeigten sich "irritiert". Stadt-Tochterfirmen als indirekter Sponsor für einen Großtunnel auf der A1, den die Stadt selber lange verworfen hat? Das gehe gar nicht. Schoofs trickse, er solle den Eintrag löschen. Inzwischen steht auf der Homepage: "Die Einnahmen von diesem Rockevent kommen einem gemeinnützigen Zweck zugute: falls etwas übrig bleibt!"

Gleichzeitig bezweifelt der Rheindorfer Politiker, unsere Redaktion habe die Information auf seiner öffentlich zugänglichen Seite gelesen, sondern vermutet einen Tippgeber, den er nach angeblichen "Hinweisen aus der CDU, aus den Redaktionen der Medien und von städtischen Gesellschaften" auch identifiziert zu haben glaubt: Ratsherr Rüdiger Scholz (CDU). Der, so Erhard Schoofs, wolle sich "damit möglicherweise für seine Kandidatur zu den Landtagswahlen im nächsten Jahr ins Gespräch bringen und sich hierdurch als Kandidat empfehlen".

Scholz, der gestern durch unsere Redaktion von dem Vorgang erfuhr, gab sich amüsiert: "Wir alle kennen Herrn Schoofs seit vielen Jahren und wissen, wie er arbeitet", sagte er: "Da erübrigt sich jedes weitere Wort."

Doch auch die Sponsoren werden vom Bürgerlisten-Fraktionschef angegriffen: "Die stadtnahen Institutionen erhalten für ihr Engagement eine respektable Gegenleistung", schreibt er. Außerdem würden die gleichen Institutionen helfen, beispielsweise die Gütergleisverlegung in Opladen oder die Wirtschaftförderungsgesellschaft Leverkusen mit hohen Summen und über lange Jahre zu finanzieren: "Das sind markant politische und höchst umstrittene Förderungen, die aber Herrn Scholz augenscheinlich nicht stören", heißt es von Erhard Schoofs weiter. Stimmung herrscht also schon vor Konzertbeginn heute um 20 Uhr - der Eintritt beträgt 9 Euro.

Quelle: RP
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