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Leverkusen
Schüler dürfen mit Brom nicht experimentieren

Leverkusen. Der Einzige, der mit Brom in der Schule experimentieren darf, ist der Lehrer. Das besagt die Stoffliste zu Unterricht mit gefährlichen Stoffen an Schulen. Diese gibt vor, welche Stoffe in einer Schule aufbewahrt werden und wer mit ihnen experimentieren darf. Für Schüler gilt demnach ein Tätigkeitsverbot, für den Lehrer die Pflicht zur Ersatzstoffprüfung. "Kurz wird das ESP genannt und bedeutet, dass ein Lehrer eben prüfen muss, ob für den Versuch nicht ein weniger gefährlicher Stoff verwendet werden kann", erläutert ein seit kurzem pensionierter Leverkusener Chemielehrer im Gespräch mit unserer Zeitung. Allerdings "funktionieren aber auch nicht alle Versuche mit einem Bromersatz wie beispielsweise "Bromwasser".

Der Experte weiß aus seiner Erfahrung, dass chemische Versuche mit der giftigen, stark ätzenden und umweltschädlichen Chemikalie vornehmlich in der gymnasialen Oberstufe vorgenommen werden - "als reine Lehrerexperimente", betont er. Was das Experimentieren mit Brom so interessant mache, seien die spektakulären Farbreaktionen, die sich mit Brom hervorrufen ließen. Reagiert Brom mit einer organischen Substanz, zum Beispiel mit Tomatensaft, wird dieser entfärbt, ist statt leuchtend rot eben nur noch schwach gelblich. "Da sehen die Schüler dann ganz deutlich, dass tatsächlich eine Reaktion stattgefunden hat." In der Petrochemie werde das Hallogen Brom beispielsweise eingesetzt, um reaktionsträge Kohlenwasserstoffe zu mehr Reaktionsfähigkeit zu verhelfen.

(LH)
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