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Leverkusen
Schüler fordern Kinderrechte ein

Leverkusen. Kinder haben Rechte, 191 Staaten die UN-Kinderrechtskonvention unterschrieben. Solange sie aber nicht überall geachtet werden - nicht mal in Deutschland -, müssen sie immer wieder eingefordert werden. Drittklässler der KGS Remigiusschule haben das getan, alle zehn Kinderrechte aufgeschrieben und zu jedem einzelnen ein Plakat mit Foto und erklärenden oder kommentierenden Sprechblasen gestaltet, die sich jetzt alle Schulkinder im Flur ansehen können. Hannah und Antonia haben sie gestern in einer kleinen Eröffnungsfeier vorgelesen und mit eigenen Worten erklärt. Sie kennen auch den Anlass für diese klassenübergreifende Unterrichtseinheit. Das ist der Internationale Tag der Kinderrechte, der am Sonntag zum 27. Mal begangen wird. Von Monika Klein

Das Recht auf Gleichbehandlung und Schutz vor Diskriminierung unabhängig von Religion Herkunft Geschlecht beispielsweise gilt auch auf dem eigenen Schulhof. "Das heißt, dass man nicht geärgert werden soll, weil man eine andere Religion hat", erklärt Antonia, dass die Konventionen nicht nur an Erwachsene gerichtet sind, die dafür sorgen müssen, dass Kinder Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, Privatsphäre oder gewaltfreier Erziehung haben. Auch beim Umgang miteinander sind Grundrechte schnell in Gefahr. "Ich darf zum Beispiel nicht sagen, dass ich nicht mit einem spielen will, weil er Moslem ist", sagt sie, denn: "Das ist doch gemein."

Die Klasse von Astrid Paufler hat entsprechende kleine Szenen gestellt und fotografiert, um die Plakate zu bebildern. Die Parallelklasse von Marcus Kirsten schrieb zu jedem Recht Kommentare, die in Form von Sprechblasen rings um die Fotos geklebt wurden. Einige lassen erwachsene Leser eher Schmunzeln. Beispielsweise die Aussage von Jack: "Ich finde das Recht auf eigene Meinung gut, weil man die Sportart machen kann, die man will." Aber die Kinder wissen auch, dass Gleichaltrige in manchen Ländern ganz andere Sorgen haben. "Zum Beispiel die in Nordkorea dürfen nicht ihre eigene Meinung sagen", weiß Hannah. Und sie wissen auch, dass das Recht auf Hilfe in Katastrophen und Notlagen, Schutz vor Grausamkeit, Vernachlässigung, Ausnutzung und Verfolgung nicht überall eingehalten wird. In jeder Klasse gibt es Flüchtlingskinder, sagt Schulleiterin Claudia Hahn.

Ihre pensionierte Vorgängerin Christine Thierjung unterstützte als Vorstandsmitglied des Kinderschutzbundes Leverkusen die Aktion. Sie versicherte sich, dass die Kindern wissen, was zu tun ist, wenn sie Verstöße gegen Kinderrechte bemerken. Die Antworten kamen prompt: den Klassenlehrer informieren oder die "Nummer gegen Kummer" (116111) anrufen.

Quelle: RP
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