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Leverkusen
Schüler geben Handys für den Regenwald

Leverkusen: Schüler geben Handys für den Regenwald
Reif für die Wertstoffinsel: Aswina Preuß, Jonas Jüngling und ihre Mitschüler können im Herzen ihrer Gesamtschule Schlebusch nun nicht nur Telefone sinnvoll entsorgen, sondern auch Batterien oder Druckerpatronen. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die Gesamtschule Schlebusch startet ein Pilotprojekt mit der Avea, damit Schüler ihre Handys recyceln lassen. Denn fast alle der Jugendlichen haben zu Hause mehrere alte Telefone, deren Rohstoffe gut wiederverwendet werden können. Von Marion Meyer

Wer hat nicht zu Hause das eine oder andere alte Handy in der Schublade? 83 Millionen Mobiltelefone sollen es insgesamt sein, die meistens unbeachtet vor sich hin altern, während die Technik ihnen davonläuft. Doch jedes Handy steckt voller wertvoller Edelmetalle. "60 bis 80 Prozent der Bestandteile eines Handys können recycelt werden", sagt Jürgen Schröder, bei der Avea zuständig für Abfallwirtschaft. Dass Schüler ihre Handys nicht in den Müll werfen, sondern zum Recyceln geben, dazu soll die neue Wertstoffinsel in der Gesamtschule Schlebusch (GLS) beitragen.

"Jeder der 1600 Schüler hat mehrere alte Handys. Wir wollen die Schüler für das Thema Recycling sensibilisieren und unseren Beitrag leisten", sagt Schulleiter Bruno Bermes. Er weiß: "Je bequemer man es dem Menschen macht, desto besser." Deshalb haben die Schüler an der neuen Wertsoffinsel direkt "im Herzen der Schule" auf dem Weg zum Bistro nicht nur die Gelegenheit, ihre alten Handys sinnvoll zu entsorgen, sondern auch Batterien und Druckerpatronen. Bei einer Infoveranstaltung in der Aula wurde das Pilotprojekt der Avea gestern in der GLS vorgestellt. Weitere Schulen sollen laut Avea-Abfallberaterin Anika Hagt folgen.

"Wir versuchen unseren Mitschülern klar zu machen, dass der Regenwald im Kongo und somit der Lebensraum der Gorillas zerstört wird, da dort Edelmetalle für Handys abgebaut werden", sagt Aswina Preuß, mit Jonas Jüngling Schülervertreter aus der Klasse 13. So kann es auch helfen, sein Handy länger zu benutzen und es nicht jedes Jahr gegen ein neues Modell auszutauschen. "Oder es an jemand anderen weitergeben", sagt Schulleiter Bermes.

Zwei Technikklassen der Jahrgangsstufe 10 können in einem Projekt der Avea Handys selbst auseinandernehmen, um das Innenleben kennenzulernen und zu verstehen, was genau wie recycelt wird. "Erst wird der Akku entfernt", erklärt Jürgen Schröder, dann werden die Handys geschreddert und Edelmetalle wie Gold, Silber und Kupfer per Schmelzverfahren aus dem Material gelöst. "Desto reiner die Sammlung ist, desto besser", sagt Schröder. Das heißt: Wenn Handys allein gesammelt werden, sind sie besser zu verwerten, als wenn sie in der Klein-Elektroschrott-Sammlung landen. Obwohl diese sich in Leverkusen als echtes Erfolgsmodell entwickelt hat: Laut Avea wurden im vergangenen Jahr 500 Tonnen Elektrokleingeräte gesammelt. Trotzdem landen immer noch zu viele Elektrogeräte im Hausmüll. Samt aller enthaltenen Edelmetalle.

Quelle: RP
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