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Leverkusen
Schüler sind jetzt als Sanitäter auf dem Pausenhof im Einsatz

Leverkusen. Mit knallgelben Westen und Erste-Hilfe-Tasche ausgestattet, gehen die jungen Sanitäter in der Pause auf Streife an der Sekundarschule Leverkusen Am Nonnebruch. "Auf dem Schulhof hat man fast täglich mit Schwellungen oder kleinen Wunden zu tun", sagt Lehrer Stefan Bernsmann. Von Julia Zuew

Noah (12), Joshua (12) und Can (11) sind seit Mitte September Teil der Erste-Hilfe-Versorgung an der Schule in Leverkusen. Kratzer, blaue Flecken und andere kleine Wehwehchen - seit knapp sechs Wochen kümmern sich die ersten Jungsanitäter an der Sekundarschule um ihre Mitschüler. Sie haben eine Erste-Hilfe-Grundausbildung absolviert. Die Schule pflege seit Beginn an eine Partnerschaft mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Leverkusen, berichtet Schulleiterin Carola Becker. Die Ausbildung sei eine freiwillige Entscheidung, der Unterricht habe in den Mittagspausen stattgefunden.

"Die Jungs sind sehr empathisch und haben eine große Bereitschaft, anderen zu helfen", sagt Bernsmann. "Wir möchten ein Vorbild für andere Menschen sein", sagt Can. "Wir wollen zeigen, dass man helfen kann, wenn es jemandem nicht gut geht, und nicht wegschauen." In dem Unterricht haben die Kinder gelernt, was eine stabile Seitenlage ist, wie man Wunden versorgt, Erste Hilfe leistet oder was zu tun ist, wenn jemand bewusstlos ist oder einen Krampfanfall hat, erklärt Bernsmann.

In ihren ersten Dienstwochen sind die Drei in den Frühstückspausen ab zehn Uhr auf dem Schulgelände unterwegs und tun ihre Arbeit: Kleine Wunden versorgen, trösten und in Notfällen helfen. "Viele haben Bauch- oder Kopfschmerzen", sagt Joshua. Meistens reiche auch ein Kühlpaket oder ein Pflaster, um den Betroffenen zu helfen. Die jungen Sanitäter haben aber auch schon einem Mitschüler während eines epileptischen Anfalls geholfen. "Als wir vom Schwimmen zurückgingen, haben wir gesehen, wie er hingefallen ist", erzählt Noah. "Wir haben dann zwei Jacken unter ihn gelegt und aufgepasst, während wir den Rettungsdienst angerufen haben." Zwar war eine Lehrerin dabei, "die Kinder haben aber sehr schnell und richtig reagiert", sagt Becker.

Gestern überreichten DRK-Sprecherin Stefanie Wojcik und Dr. Josef Peters, Kreisgeschäftsführer des DRK Leverkusen, den Schülern zwei Taschen mit Erste-Hilfe-Ausstattung, darunter Blutdruckmanschette, Kompressen, Pflaster, Handschuhe und Kühlpakete. In den nächsten Monaten und Jahren soll allen Fünftklässlern der Erste-Hilfe- Unterricht angeboten und das Aufgabenfeld der Schulsanitäter erweitert werden.

Quelle: RP
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