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Leverkusen
Schüleraustausch: Die Rückkehr ist das Schwerste

Leverkusen. In eine südamerikanische, heißblütige Metropole, vielleicht in eine der vielen typisch-amerikanische Kleinstädte oder zum Kennenlernen fern-östlicher Bräuche nach Asien - Schüleraustausche reizen viele junge Menschen. Die Erfahrungen, die auf den oftmals einjährigen Reisen gemacht werden, bleiben ein Leben lang. Sei es in Form von erlernten Sprachkenntnissen oder durch neue Freunde in fernen Ländern. Von Tobias Brücker

In der Hauptstelle der Sparkasse Leverkusen versammelten sich so jetzt rund 80 interessierte Schüler in Begleitung ihrer Eltern, um sich über das Thema zu informieren. "Die beliebtesten Ziele sind Neuseeland, die USA und Kanada", erzählt Pia Krus, "allerdings sind das auch die teuersten Länder, in die man reisen kann." Ein Jahr Neuseeland kostet so gut 19.000, die USA rund 9500 Euro.

Das können sich nicht alle Familien leisten, dem Nachwuchs die ersehnte Reise verwehren, ist allerdings auch keine Option. In diesem Fall hilft die Bürgerstiftung Leverkusen weiter. Der gemeinnützige Verein vergibt Stipendien an die Schüler - das bedeutet: ohne Rückzahlung. "Die Summe beträgt im Normalfall jeweils zwischen zwei- und fünftausend Euro", sagt Geschäftsführerin Saskia Lagemann. Einen Eigenanteil müssen die Familien also aufbringen. Zu Höchstzeiten unterstützt der 2013 gegründete Verein fünf Jugendliche. In der Regel sind es ein bis vier Abenteurer.

Eines eben jener Abenteuer hat auch Pia Krus hinter sich. Sie war für ein Jahr in Costa Rica, um ihr Spanisch aufzubessern. "Ich habe mich dort wie Zuhause gefühlt", schwärmt die jetzt 17-Jährige, die mit 15 in die Ferne zog. "Ich bin jetzt viel offener für viele Dinge", betont sie. Erst vor kurzer Zeit besuchte sie ihre Gastfamilie erneut. Und obwohl sie Dinge wie das deutsche Bildungssystem schätzen lernte, hat sie das Gefühl, in das lateinamerikanischen Land viel besser zu passen. Diese Erfahrung machen viele, das Heimkommen ist das Schwierigste an der ganzen Geschichte. Reverse Culture Shock (umgekehrter Kulturschock) nennt man das Phänomen. "Man kennt das von sich selbst, wenn man im Urlaub war. Nur erleben das die Heimkehrer viel intensiver", sagt Konstanze Ehlenbrecht, die bei dem "Arbeitskreis gemeinnütziger Jugendaustauschorganisationen (Aja)", ein Zusammenschluss mehrere Vereine, arbeitet. Dieser Schock lässt sich aber aufarbeiten, wie Ehlenbrecht betont. Sie hilft jährlich dabei.

Quelle: RP
 
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