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Leverkusen
Schülerschau zeigt "Grenzen" auf

Leverkusen: Schülerschau zeigt "Grenzen" auf
Gesamtschülerin Lael Schunter zeigt ihre Arbeit für die aktuelle Ausstellung in Sensenhammer, die sich mit Grenzen und Mahnmalen beschäftigt. FOTO: Ralph. Matherath
Leverkusen. Im Museum Sensenhammer präsentieren Gesamtschüler ihre Werke zu nachdenklich stimmenden Themen. Von Monika Klein

Die innere Befindlichkeit ohne erklärende Worte zu verdeutlichen, das ist ganz schön schwer. Mit Hilfe der Kunst aber kann man das schaffen. Sie ermöglicht Zugehensweisen, die normale physische Grenzen überwinden können. Das ist eine Erkenntnis, die Besucher des Industriemuseums Freudenthaler Sensenhammers derzeit gewinnen können. Schüler des Oberstufenkunstkurses der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule haben die Erfahrung während der Auseinandersetzung mit dem vorgegebenen Thema "Meine Grenze(n)" zuvor im Klassenraum gemacht.

Der Aspekt der psychischen Grenzen war dabei nur einer von mehreren. Ein anderer Beitrag hat einfach die Begrenzung der Zweidimensionalität aufgehoben und ein Stück Fototapete mit Wald- und Wiesentapete in den Raum hinein verlängert. Mit Picknickdecke und halb ausgepacktem Korb entstand eine Installation, die ganz eindeutig ist. Man ist versucht, sich umzublicken nach den Personen, die hier anscheinend eben noch gesessen haben. Installationen gibt es noch weitere, zum Teil mit Klang wie die Arbeit über die Frage "Was ist schön?". Betrachter sehen sich auf einmal selbst inmitten einer kleinen Porträtgalerie mit ganz unterschiedlichen Menschen.

Im selben Format wie die gerahmten Fotos hängt mittendrin ein Spiegel. Und wer davor lange genug stehen bleibt, hört aus dem Lautsprecher die passende Stelle: "Du bist schön." Am Sonntagvormittag wurde die Ausstellung in den Sensenhammer-Galerie mit einer kleinen Vernissage eröffnet. Die Kooperation hat bereits Tradition, denn seit 2011 ist jedes Jahr im Sommer ein Kunstkurs der Rheindorfer Gesamtschule zu Gast. Vorab hatte der Kurs zur Inspiration nicht nur das Museum Morsbroich besucht, sondern auch das Haus, in dem die Ergebnisse öffentlich präsentiert werden sollten. Gerne hätten einige auch künstlerische Auseinandersetzungen in die Dauerausstellung des Industriemuseums eingebracht, sagte Lehrerin Jutta Steiwer bei der Eröffnung.

Welche konkreten Ideen es dazu gab, verriet sie nicht, das mochten sich die Besucher selbst überlegen.

Die Installation "Adonis komplex" mit Fotos von Bodybildern und stöhnenden, ächzenden Geräuschen der Selbstkasteiung beim Muskelaufbautraining hätte sicher gut in die Umgebung einer stillgelegten harten Arbeitswelt gepasst. Weil der Projektkurs Kunst der Stufe 12 in diesem Jahr ungewöhnlich klein war, hat Jutta Steiwer ihren Kollegen Heiner Jacobs dazugebeten. Sein Kursus hat sich mit dem Begriff "Mahnmal" auseinandergesetzt, eine spezifisch deutsche Sache. Das englische Memorial treffe es nicht ganz, weil es sich um mehr als ein Denkmal handele, wenn man sich kritisch mit der Geschichte des eigenen Landes auseinandersetze und ein Zeichen gegen Missstände setze.

In diesem Sinne haben seine Schüler zunächst in Geschichte und Gegenwart nach Themen (wie Syrienkrieg, Fall der Berliner Mauer, Terroranschläge in Europa oder Charlie Hebdo) gesucht und dann Modelle für ein mahnendes Denkmal entworfen und gebaut. In kurzen Texten haben sie dazu beschrieben, an welcher Stelle im öffentlichen Raum ihre Idee verwirklicht werden könnte.

Die Kunst-Ausstellung ist bis zum 10. September im Freudenthaler Sensenhammer (Freudenthal 68) zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 10-13 Uhr, Samstag und Sonntag 12 bis 17 Uhr.

Quelle: RP
 
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