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Leverkusen/Köln
Der Rhein – die tödliche Gefahr

Düsseldorf: Badeunfall im Rhein - Feuerwehr rettet Schwimmer
Düsseldorf: Badeunfall im Rhein - Feuerwehr rettet Schwimmer FOTO: Gerhard Berger
Leverkusen/Köln. Nach dem Tod eines sechsjährigen Jungen in Köln warnt die DLRG erneut: "Der Rhein ist kein Badegewässer – er ist lebensgefährlich." Von Peter Korn

Die Zahl ist alarmierend hoch: 392 Menschen starben im vergangenen Jahr beim Baden in Deutschland – die meisten von ihnen in Flüssen und Seen, wie die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) mitteilt.

Die Zahl der Badetoten in NRW ist nach dem Wochenende auf über zehn gestiegen. Ein Leverkusener starb in der vergangenen Woche, als er versuchte, den großen Silbersee zu durchschwimmen.

Regeln zum Schwimmen im Rhein

Ein besonderes Problem stellt für die Leverkusener DLRG allerdings in jedem Jahr der Rhein dar. Er ist mit Abstand das gefährlichste Gewässer und "auf keinen Fall ein Platz zum Baden", betont die örtliche DLRG-Sprecherin Nadine Flöper.

Auch in diesem Jahr ist der Fluss wieder Menschen zum Verhängnis geworden – besonders tragisch, weil es auch ein Kind traf. Der sechsjährige Junge hatte am vergangenen Samstag im Beisein seines Vaters nah am Kölner Ufer im Stadtteil Merkenich gespielt. Dann war er plötzlich offenbar von der Strömung erfasst worden. Die Polizei suchte nach dem Unglück am Nachmittag mit einem Hubschrauber und Booten nach ihm. Mit Hilfe eines Sonargeräts fanden ihn die Einsatzkräfte schließlich nicht weit von der Unglücksstelle. Der Junge konnte allerdings nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden.

Badeunfall im Leverkusener Silbersee FOTO: Miserius, Uwe

Lebensgefährliche Strömungen

"Das Aufhalten im Rhein – auch nur bis zu den Knöcheln – ist lebensgefährlich und hat nichts mit einer sommerlichen Erfrischung zu tun", wird Rettungsschwimmerin Flöper deshalb nicht müde, zu warnen.

Wenn die DLRG-Kräfte mit leichtsinnigen Rhein-Schwimmern reden, hören Sie immer wieder: "Vater Rhein" wird schon nicht so schlimm sein. "Aber jeder, der sich einmal die Zeit nimmt, am Ufer verweilt und die Strömungen beobachtet, wird schnell merken – der Rhein ist lebensgefährlich", sagt Flöper.

Fotos: Leiche bei Summerjam in Köln gefunden FOTO: Jasmin

Aus diesem Grund macht die DLRG jetzt noch einmal auf die größten Gefahren aufmerksam:

- Große Schiffe haben eine enorme Sogwirkung! Das Wasser wird vom Ufer weggesogen, wer ihm folgt, begibt sich in große Gefahr. Denn wenn das Wasser wieder kommt, steht man plötzlich deutlich tiefer als erwartet.

- Auch der Rhein selber hat eine enorm starke Strömung. Sie kann selbst durch geübte Schwimmer nicht überwunden werden.

- Weiterer Gefahrenpunkt sind die Buhnen oder auch Krippen genannten Landzungen, die in den Rhein ragen. Hier kann schnell jemand herunterfallen. Außerdem bilden sich versteckte Strudel, die von Land aus nicht sichtbar sind. Die Sogwirkung dieser Strudel ist so stark, dass man unweigerlich auf den Grund des Rheins gezogen wird. Von dort kommt auch ein geübter Schwimmer nicht mehr weg.

Aufgrund der Gefahren rät die DLRG, sich lieber Abkühlung durch Getränke oder ein Eis zu verschaffen und den Rhein nur vom trockenen Ufer aus zu genießen.

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