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Leverkusen
Sechs Künstler, viel Mathematik und eine Adventsschau in der Bahnstadt

Leverkusen. So unterschiedlich die persönlichen Handschriften aller sechs Mitglieder der Ateliergemeinschaft "art4" auch sind, gegenständliche Malerei suchte man im großzügigen und hellen Loftatelier vergeblich - jedenfalls bisher. Vor Kurzem hatte sich die Gruppe einen Dozenten mit Architekturstudium zum Workshop eingeladen. Der brachte neue Impulse in die gewohnten Arbeitsweisen. Und das sieht man auch. Die Ergebnisse des Wochenend-Workshops, den sich die sechs Mitglieder erstmals gönnten, sind am Sonntag in der Adventsausstellung zu sehen. Zum direkten Vergleich wird es dazu auch ganz "typische" Arbeiten geben. Von Monika Klein

Am deutlichsten sieht man den Einfluss bei Tamara Correa-Phillips, die aus dem Bauch beginnt und so Entstandenes übermalt oder unterstützt. Jetzt aber zeigt sie ein Bild mit Kakadu und strengem, plastischen Fußbodenmuster, das komplett durchgeplant ist. Es entspricht nicht zu 100 Prozent der kleinen Collage, die sie im ersten Schritt anfertigte. Bildteile dafür fand sie, genau wie ihre Kollegen, in Zeitschriften, auf Fotos oder im Internet. Kompositionslehre und gegenständliche Malerei waren Schwerpunkt dieser Weiterbildung, die alle als fruchtbaren Impuls empfunden haben - was nicht bedeutet, dass sich die Stile nun völlig verändern werden.

Cristofereo Speranza beispielsweise hat das neue Bild letztlich als Untermalung genutzt und seine typische landschaftlich wirkende abstrakte Malerei darübergelegt. Therese Opwis, sonst schwungvoll und mit kräftigen, beziehungsweise Neon-Farben unterwegs, hat einen Ast auf einen zarten, wolkigen Hintergrund gelegt.

Monica Frantzen hat die Grundformen einer gegenüberliegenden Hausfassade gemalt, diese aber mit Querstreifen teils wieder aufgelöst, wie der Blick durch fast geschlossene Vorhanglamellen. Ulrike Harter hat zwei Bilder von der Bahnstadt gemacht. Allerdings wird, trotz vergleichsweise gegenständlicher Umsetzung, wohl niemand wirklich den Ort erkennen - nicht mal in der Foto-Vorlage, die sie farblich so anglich, dass beide parallel entstandenen Bilder dieselbe Stimmung haben. Eigentlich war der Workshop ein Mathekurs, meint sie schmunzelnd, und alle anderen nicken.

Es wurde viel gerechnet, um die Entwürfe maßstabsgetreu auf die Leinwände zu übertragen. Das galt auch für Birgit Gudenau, die offiziell erst am 1. Dezember als sechstes Mitglied bei art4 einsteigt, aber schon am Workshop teilnahm und einen ziemlich gegenständlich daherkommenden Winterwald malte - mit Perspektive. Auch wenn sie zwischendurch geflucht habe, sei das sehr lehrreich gewesen.

Die Ateliergemeinschaft art4 öffnet die Adventausstellung mit Glühwein und Keksen, aber ohne Tannengrün und Lichterkette, am Sonntag, 4. Dezember, von 13 bis 18 Uhr in der Neuen Bahnstadt Opladen, Am Handwerkerhof 1.

Quelle: RP
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