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Leverkusen
Seit 10 Jahren Provisorium am Europaring

Leverkusen: Seit 10 Jahren Provisorium am Europaring
2007 wurden die ersten stählernen Stützen an der einen Seite des Europarings aufgestellt. Zwei Jahre später folgte diese Sicherungsmaßnahme auch an der Stützmauer auf der anderen Straßenseite. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Die Schwerlaststützen der Fahrbahnunterführung am Europaring halten das Provisorium bereits seit etwa 10 Jahren. Doch wann wird es entfernt? Werden die maroden Wände unter Umständen saniert, oder wird gleich ein neues Konzept für den gesamten Bereich erstellt? Von Peter Clement

Wolfgang Herwig, Leiter der städtischen Technischen Betriebe (TBL), kann momentan nur mit den Schultern zucken. Es habe immer mal wieder Vorstöße gegeben, sich mit dem Europaring zu beschäftigen, sagt er. Geschehen sei bislang nichts - ob nun aus Geldmangel oder wegen diverser anderer Projekte, könne er nicht sagen. "Für uns ist es erst einmal wichtig sicherzustellen, dass die Stützen halten und nicht durchrosten", betont Herwig. Deshalb würden die Stützen in regelmäßigen Abständen überprüft, zurzeit alle zwei Jahre.

Es war im April 2007, als die Stadt Leverkusen beschloss, die Stützmauer zwischen Windhorststraße und Bundesstraße B 8 auf einer Länge von 30 Metern freilegen zu lassen. Grund: Die Mauer neigte sich acht Zentimeter in Richtung Europaring. Deshalb war bereits neun Monate zuvor eine Fahrspur der Straße gesperrt worden.

2007 wurde die Mauer dann bis zum Fuß freigegraben, um die Ursache für die Verformungen zu ermitteln. Der damalige TBL-Chef, Reinhard Gerlich, schätzte, die Verengung der Fahrbahnen auf dem Europaring werde wahrscheinlich "mindestens ein Jahr" bestehen bleiben, bis alle Sanierungsmöglichkeiten für die wackeligen Stützwände geprüft seien.

Das Ergebnis sieht bekanntermaßen anders aus: 2009 wurde auch an der gegenüberliegenden Außenwand die Fahrspur gesperrt. Es könne mögliche Schäden an einer Stützwand neben der Fahrbahn in Richtung City geben, so dass die Betonkonstruktion nachgeben und Richtung Fahrbahn kippen könne, hieß es. Seitdem gehört die Fahrbahn-Sperrung zum Leverkusener Stadtbild.

Anfangs gab es Nebeneffekte: In Höhe Küppersteg musste die Stadt ihre stationäre Tempokontrolle neu justieren: Kontrolliert wurde nicht mehr das Tempo 80, sondern die 50 Stundenkilometer, die wegen der Dauer-Baustelle angeordnet worden waren.

Die niedrigere Geschwindigkeit führte zu einem regelrechten "Blitzlicht-Gewitter", weil viele Autofahrer wie gewohnt mit vollem Tempo durch die Baustelle rauschten. Das füllte die Stadtkasse und brachte Ärger.

Inzwischen ist auch das Maß der Temposünder längst auf Normalniveau gesunken. Das Provisorium ist zum Dauerzustand geworden. Wie lange noch? Das sei eine politische Entscheidung, sagt Wolfgang Herwig. Bei all den derzeitigen Aufgaben wie etwa dem Umbau des zentralen Busbahnhofs mit Auswirkungen für die Wiesdorfer City glaube er aber nicht, dass sich in den nächsten eineinhalb Jahren auf dem Europaring etwas tut.

Die Stahlstützen jedenfalls sollen bis zu 30 Jahren haltbar sein.

Quelle: RP
 
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