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Leverkusen
Seniorin (73) beraubt und Abhang hinuntergetreten

Leverkusen: Seniorin (73) beraubt und Abhang hinuntergetreten
In der Nähe des Tatortes im Park nahe Straßenverkehrsamt Opladen sind noch die Reifenspuren der Einsatzfahrzeuge zu sehen. FOTO: Hoffmann
Leverkusen. Zwei Männer haben in Opladen eine 73-Jährige überfallen und ausgeraubt. Danach trat ein Täter die Seniorin einen Abhang hinunter. Von Ulrich Schütz

Montag, 7.35 Uhr, der Park nahe Villa Römer und Straßenverkehrsamt in Opladen. Es ist noch nicht ganz hell. Die Seniorin (73) kommt über Miselohestraße, überquert die Haus-Vorster-Straße, geht am Parkplatz des Straßenverkehrsamtes vorbei in die Grünanlage. Hier führt nahe der Hausnummer 6 eine Treppe in Richtung Düsseldorfer Straße. Das Areal ist dicht bewachsen und schlecht einsehbar. Noch vor der Treppe passiert es: Zwei dunkle Gestalten gehen auf die Frau zu und fordern ihre Umhängetasche. Die Rentnerin zögert, hält ihre Tasche fest. Jetzt droht einer der Räuber mit einem Schlagwerkzeug. Das Opfer gibt nach, aber mit der Tasche allein geben sich die Angreifer nicht zufrieden. "Rabiat reißen sie der Seniorin nicht nur die Halskette ab, sondern auch einen getragenen Ring", wird später im Protokoll der Polizei stehen.

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Die Räuber beenden ihren Überfall mit einem besonders perfiden Gewaltakt: Einer der Täter versetzt der 73-Jährigen einen Tritt und stößt sie so den Abhang hinunter. Unerkannt können die zwei Männer dann verschwinden. Die leicht verletzte Frau ruft um Hilfe.

Die Seniorin zieht sich Prellungen zu, muss nicht stationär im Krankenhaus bleiben. Zeugen (beide 23), die auf die Frau aufmerksam geworden sind, finden die Verletzte und betreuen sie bis zum Eintreffen der Polizei und der Rettungssanitäter.

Was so ein Überfall bei dem Opfer auslösen kann, erklärt Wolfgang Baldes, Leiter der Abteilung Prävention/Opferschutz im Polizeipräsidium Köln: So ein tiefgreifendes Ereignis löse nicht selten traumatische Wirkung beim Opfer aus. Eine solche psychische Belastung müsse behandelt werden. Erste Hilfe könnten Vertreter der Opferschutzorganisation "Weißer Ring" leisten, aber auch medizinische Hilfe sei anzuraten.

Der erfahrene Polizist gibt Tipps zum Verhalten bei Überfällen: "Wenn es nur um Wertgegenstände geht, sollte man sie einfach dem Räuber rausgeben." Dafür zu kämpfen, lohne nicht, weil die Verletzungsgefahr meist zu groß sei. Im Fall der Seniorin war es besonders gefährlich: Die Räuber rissen ihr ja sogar den Ring vom Finger. Wolfgang Baldes rät weiter, laut zu schreien, um andere auf sich und die Notlage aufmerksam zu machen. In Baldes Abteilung gibt es eine Polizistin, die sich speziell um den Bereich "Gewalt gegen Senioren" kümmert.

Man sollte zudem prüfen, ob man seine Handtasche wirklich mitnehmen müsse. Bargeld und Scheckkarten sollte man auf jeden Fall auf die Innentaschen seiner Kleidung verteilen. Das sei sicherer.

(Alle Tatangaben: Polizei)

Quelle: RP
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