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Leverkusen
Sexuelle Nötigung: Angeklagter widerspricht sich

Leverkusen. Die mögliche sexuelle Nötigung eines 27-Jährigen beschäftigte gestern das Amtsgericht. Der 2014 nach Deutschland gekommene Algerier soll im April eine Frau am Bahnhof Opladen geküsst und sie unsittlich berührt haben. Das Opfer erschien gestern nicht. So muss das Verfahren auf den 29. September vertagt werden. Zeugen und Opfer sollen zeitgleich vernommen werden, um eventuelle Widersprüche aufzudecken.

Ob der Vertagung zeigte sich der Angeklagte nicht glücklich. Er wolle ans Grab seiner Mutter. Die verstarb, während er wegen eines anderen Verfahrens in Untersuchungshaft saß. Dass er wegen der rechtskräftigen Verurteilung der anderen Tat zurück ins Gefängnis musste, versuchten ihm sein Pflichtverteidiger und der zur Seite gestellte Übersetzer deutlich zu machen.

Während der Beschuldigte aussagte, widersprach er sich häufig selbst - oder den Angaben, die sein Verteidiger zuvor gemacht hatte. Mit viel Alkohol und zusätzlich Kokain im Blut, will der 27-Jährige die Frau am Kölner Hauptbahnhof angesprochen haben. Er habe sie nach Geld für Bier gefragt, das gab sie ihm - sie unterhielten sich "auf Deutsch, Englisch und Französisch", die Frau sei angetrunken gewesen. Er glaubte, sie wolle ihn mit zu sich nach Hause nehmen. Auf der Fahrt im Zug sei nichts passiert. "Wir saßen nebeneinander", sagte der Angeklagte - zweimal überzeugte sich der Richter von dieser Aussage. Wenig später widersprach der 27-Jährige sich dann aber selbst, als er sagte, es habe einen Kuss gegeben. Das nahm er kurz darauf allerdings wieder zurück, es sei doch am Bahnhof Opladen gewesen - einvernehmlich.

(brü)
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