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Leverkusen
Sicher mit dem Rollator in Bus und Bahn

Leverkusen: Sicher mit dem Rollator in Bus und Bahn
Rollatorfahrerin hrista Muschalla wird von Wupsi-Mitarbeiter Andreas Nöster erläutert, auf gefährliche Stolperfallen, hier eine Kanalabdeckung, zu achten. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Wupsi, Polizei und andere Partner informierten gestern Rollatorfahrer über den sicheren Umgang mit der Gehhilfe. Dazu gab es praktische Übungen, etwa zum Aussteigen aus Bussen, und Hinweise auf Gefahren wie den toten Winkel. Von Gabi Knops-Feiler

Der Anteil der Bevölkerung im Seniorenalter wird immer größer. Zwar sind die meisten "jungen Alten" noch überwiegend flott unterwegs. Doch wie man mit einem Rollator sicher in Bus oder Bahn steigt und warum man rückwärts aussteigen sollte, wissen offenbar die wenigsten. Das zeigte sich gestern beim ersten Rollatortag auf dem Marktplatz in Opladen.

Antworten auf viele Fragen von Fahrgästen beantwortete Andreas Stein, Verkehrsmeister der Wupper-Sieg AG (Wupsi): "Ziehen Sie die Handbremse, sobald der Rollator im Bus ist", erklärte er Rosa Berberich (78) aus Leichlingen im Gelenkbus. Zudem sei wichtig, so lange sitzen zu bleiben, bis der Bus halte. Stein: "Lassen Sie sich alle Zeit der Welt. Die Gesundheit geht vor, nicht der Fahrplan." Auch für Marlis Leeser (69) aus Steinbüchel waren diese Informationen neu. Seit zwei Jahren nutzt sie einen Rollator und stellte aber fest: "Rückwärts aussteigen, ist sehr ungewöhnlich, aber auf jeden Fall ein guter Tipp."

Doch der Experte hatte noch weitere Ratschläge, wie zum Beispiel den, dass Fahrer auf Wunsch gerne behilflich seien. Und dass kein Bus mit offenen Türen fahre. Der Schreck, wenn sich die Türen schließen, sei zwar groß. Doch sobald ein Gegenstand dazwischen gerate, öffneten sie sich sofort wieder. "Viele Menschen, die aus gesundheitlichen oder Altersgründen nicht mehr gut zu Fuß sind, erobern sich mit einem Rollator viel Mobilität und Freiheit zurück. Dabei wollen wir ihnen helfen", sagte Wupsi-Vorstand Marc Kretkowski. "Nach unserer Erfahrung gibt es aber immer wieder Unsicherheiten, wie man sich mit einer fahrbaren Gehhilfe in Bussen und Bahnen richtig verhält." Außer der Wupsi agierten weitere lokale Partner im Rahmen der durch das Landesnetzwerk "Zukunftsnetz Mobilität NRW" ins Leben gerufenen Kampagne. Walter Greb (92) aus Opladen nutzte beispielsweise die Gelegenheit zu einem kostenfreien Technik-Check und Überprüfung der Bremsen seines Rollators.

Christa Muschalla (79) aus Witzhelden übte auf dem Parcours unter den kritischen Augen von Recara-Techniker Andreas Nöster. Polizeibeamte informierten über den gefährlichen toten Winkel, während Verkehrssicherheitsberater Michael Kolvenbach Fragen beantwortete und Besucher erfuhren, wie man sich an Haltestellen richtig verhält und was es während der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln noch zu beachten gibt. "Für mich hat sich das Kommen gelohnt", sagte Marlis Leeser. "Solche Aktionen müssten viel regelmäßiger angeboten werden", bemerkte Andreas Hollstein vom Verein "Rollis-Leverkusen". Er bedauerte aber zugleich, dass Rollstuhlfahrer diesmal nicht eingebunden waren.

Quelle: RP
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