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Leverkusen
Siegel "Fairtrade-Town": Leverkusen ist jetzt als Anwärter registriert

Leverkusen: Siegel "Fairtrade-Town": Leverkusen ist jetzt als Anwärter registriert
Kampagnen-Logo: Leverkusen ist auf dem Weg zur Fairtrade-Stadt. FOTO: UM
Leverkusen. Dass Leverkusen "Fairtrade Town" werden will - hat der Rat der Stadt schon vor knapp einem Jahr beschlossen. Jetzt hat sich eine Steuerungsgruppe gegründet, die das Ganze koordinieren soll. "Damit kann sich Leverkusen nun als Teilnehmerstadt registrieren lassen", meldet die Verwaltung. Das hat sie getan und ist auf der Internetseite der Kampagne schon als "Auf dem Weg" gelistet. Von Ludmilla Hauser

Chef der Gruppe ist Oberbürgermeister Uwe Richrath, der sich zu den Themen mit Dr. Eberhard Löschcke (Arbeitskreis "Eine Welt Leverkusen"), Norbert Hölzer (Initiative "Eine Welt" und Katholikenrat), Bruno Franken (Marienschule), Dr. Frank Obermaier (Wirtschaftsförderung Leverkusen) und Ursula Siewert (Stadt) berät. Dazu kommt ein Beirat von Vertretern aus Politik, Abergeber- und Arbeitnehmerseite, der Werbegemeinschaften, Glaubensgemeinschaften, Vereinen und Institutionen.

Dafür dass es mit der Zertifizierung "Fairtrade Town" klappt, hat die Stadt zwei der fünf Kriterien - Ratsbeschluss und Gründen der Steuerungsgruppe - erfüllt. Praktisch geht sie mit gutem Beispiel voran: Bei den Ratssitzungen werden seit September Kaffee und Schokoriegel aus fairem Handel angeboten. In Richraths Büro wird ebensolcher Kaffee und Tee ausgeschenkt. Gerade das muss noch mehr werden. Nicht in Richraths Büro, sondern in Gastronomie und Handel. Die Stadt muss dafür werben, dass mindestens 27 Einzelhandelsgeschäfte und 14 Gastronomiebetriebe mindestens zwei Produkte aus Fairem Handel anbieten. Auch in öffentlichen Einrichtungen, Schulen, Vereinen und Kichen sollten derlei Produkte verwendet werden. Bildungsaktivitäten und die Einbeziehung der Öffentlichkeit gehören ebenso dazu.

Das Ratsbündnis aus CDU, Grünen und Opladen Plus hatte den Anstoß per Ratsantrag gegeben. "In einer globalisierten Welt sollte die Stadt Leverkusen gemeinsam mit weiteren 1400 Fairtrade-Gemeinden in über 20 Ländern einen Beitrag zum fairen Handel leisten und das Bewusstsein ihrer Bürgerinnen und Bürger für sozial gerechte und umweltschonende Produktionsbedingungen und Handelsstrukturen schärfen", begründete das Bündnis. Pikant: Schon 2012 hatte die SPD die Idee, Leverkusen zur Fairtrade-Kommune zu machen. Damals hatte Peter Ippolito (SPD) kommentier: "Mit der Aktion können wir nicht die Welt retten. Aber wir gehen mit gutem Beispiel voran."

Das hatte beim damaligen Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn keinen Anklang gefunden: "Wer Fair-Trade-Kaffee trinken will, der soll ihn sich kaufen - in meinem Büro wird er nicht getrunken. Und die SPD kauft ihn bitte nicht auf Fraktions-Kosten. Mit mir läuft das nicht. Schluss, Aus, Ende."

Andernorts lief es schon: Auf der Kampagnen-Internetseite ist mittlerweile von 2200 Gemeinden in 26 Ländern die Rede. In Leverkusens Umgebung "fairtradet" es schon ganz gut: Köln, Wermelskirchen und Bergisch Gladbach haben das Siegel bereits.

Quelle: RP
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