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Leverkusen
Singkreis Leverkusen feiert goldenes Chorleiter-Jubiläum

Leverkusen. Es war ein besonderer Anlass für ein Konzert. Seit 50 Jahren leitet Karl-Heinz Schlechtriem den Singkreis Leverkusen. Von Anfang an dabei war seine Frau Theresia in diversen Funktionen: als Stimmbildnerin, Begleiterin, Mitsängerin, Dirigentin und 45 Jahre lang als Vorsitzende. Beim Auftritt in der Aula der Marienschule, deren Akustik die Totalrenovierung gutgetan hat, war eigentlich alles so, wie es Zuhörer seit Jahrzehnten kennen. Das Ehepaar wechselte sich am Dirigentenpult ab und ermunterte die Sänger zu differenzierter Gestaltung, korrekten Absprachen und großen dynamischen Entwicklungen. Doch waren die Beteiligten emotional weit mehr bewegt als im Normalfall. Denn über die musikalische Arbeit hinaus haben Sänger und Leiter eine enge menschliche Bindung. Von Monika Klein

Auch Ehemalige hatten sich für diesen außergewöhnlichen Anlass nochmals in die Stimmen eingefügt. Allerdings deutlich mehr Frauen als Männer, die man in die erste Reihe gestellt hatte, damit sie in der Sopran- und Altübermacht nicht untergingen. Das bunt gemischte Programm bot einen Querschnitt durch das Repertoire aus 50 Jahren gemeinsamer Chorgeschichte. Volkslieder im A-cappella-Satz neben Kompositionen der Romantik von Mendelssohn bis Schumann, Chöre aus Musicals - hier half Edmund Grümmer als Mitglied der musikalischen Großfamilie solistisch aus - oder Gospel-Arrangements waren zu hören. Und bevor es zum gemütlichen Teil des goldenen Chorleiter-Jubiläums mit selbst gebackenem Kuchen überging, schenkten die Herren schon mal Griechischen Wein der Marke Udo Jürgens aus.

Michael Schlechtriem ist in und mit den Chören seiner Eltern, bis vor einem Jahr auch Leiter des Leverkusener Kinder- und Jugendchors, aufgewachsen. Die Sänger begleiteten seine musikalische Cellisten-Karriere, die bereits im Alter von 13 Jahren als Jungstudent an der Musikhochschule Köln Fahrt aufnahm. Manches Vokal-Konzert hat er instrumental ergänzt. Zum Jubiläum war er wieder mit von der Partie und spielte im Duo mit Vater Karl-Heinz Schlechtriem wie in guten alten Zeiten. Im warmen und ausdrucksvollen Dauerlegato entwickelte der Cellist die Vokalise Opus 34 von Sergej Rachmaninoff als eine Art Lied ohne Worte. Und später beruhigte er mit Faurés "Après un rêve" oder dem sanft gleitenden eleganten Schwan aus Saint-Saens Karneval der Tiere die erhitzten Gemüter. Zuvor hatte nämlich der Singkreis mit dem Osterchor aus der Oper "Cavalleria rusticana" sämtliche Register gezogen.

Quelle: RP
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