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Verpuffung in Opladen
So gefährlich sind Ethanolöfen

Große Schäden nach Verpuffung in Opladener Innenstadt
Leverkusen. Brandschutz-Experten warnen vor sogenannten Ethanolöfen. In Leverkusen riss in der Nacht zu Donnerstag eine Verpuffung durch ein solches Gerät ein Loch in eine Hauswand.  Von Susanne Genath

Nach einer Verpuffung in einem Wohnhaus in Opladen ist die Kölner Straße noch gesperrt. Die Busse fahren Umleitungen. Vor dem Gebäude wurde mittlerweile ein Gerüst mit Fußgängerüberdachung aufgebaut. Ein Statiker muss das Haus am heutigen Freitagnachmittag noch einmal überprüfen, ehe ein Teil der Bewohner zurück in seine Wohnungen und die Kölner Straße wieder freigegeben werden kann. "In den durch die Verpuffung beschädigten Wohnungen sind dagegen noch umfangreiche Bauarbeiten nötig", berichtete Polizeisprecher Thomas Held.

Polizei-Ermittlungen dauern an

In der Nacht zu Donnerstag war es an der Ecke zur Volhardstraße zu der kleinen Explosion im zweiten Stock gekommen – laut Polizei anscheinend durch den falschen Umgang mit einem Ethanolofen. Der 57-jährige Wohnungsinhaber und ein 31-Jähriger wurden festgenommen, kurz darauf aber wieder entlassen. Die Ermittlungen wegen des Verdachts des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion dauern an. "Ein solches Herbeiführen kann auch fahrlässig erfolgen", erklärt Held. Elf Bewohner hatten aus dem Gebäude evakuiert werden müssen, zum Glück blieben alle unverletzt. Zwei Wohnungen und die Fassade wurden schwer jedoch beschädigt.

Bei dem Ofen handelt es sich laut Held um ein 50 mal 60 Zentimeter großes Gerät, das nicht fest eingebaut werden muss und das unter anderem in Baumärkten erhältlich ist. Erst am frühen Dienstagmorgen hatte die Verpuffung eines Ethanol-Luftgemisches in Krefeld-Fischeln eine Wohnung in Brand gesetzt. Eine Person erlitt schwere Verbrennungen und musste in eine Spezialklinik gebracht werden.

Explosion an Wohnhaus in Leverkusen-Opladen FOTO: Uwe Miserius

Institut warnt vor Gefahren

Ethanolöfen sind zur Dekoration – als Kaminersatz – beliebt. Die Feuerwehr rät daher dringend dazu, die Gebrauchsanweisung zu beachten. "Verbrennungsöfen in geschlossenen Räumen bergen immer Gefahren", sagt Hermann Greven, Chef der Leverkusener Feuerwehr. In Leverkusen seien Brände durch Ethanolöfen jedoch selten. "Eine Verpuffung mit einem Gebäudeschaden wie jetzt in Opladen hatten wir meiner Kenntnis nach noch gar nicht hier."

Das Fraunhofer-Institut für Holzforschung hat in der Vergangenheit bereits auf die Gefahren von Ethanolöfen hingewiesen. Ethanol sei ein Brennstoff, der zusammen mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch bilde. Laufe Ethanol beim Befüllen der Brennkammern aus und entzünde sich, stehe schnell der ganze Raum in Flammen. Darüber hinaus verunreinigten die Geräte die Luft in den Räumen.

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