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Umbau des Leverkusener Busbahnhofs
"So kann es nicht bleiben"

Umbau des Leverkusener Busbahnhofs: "So kann es nicht bleiben"
Die Anzeigetafeln am Busbahnhof wurden gestern abmontiert. FOTO: Miserius, Hauser
Leverkusen. An Tag eins der City-Großbaustelle haben die Wupsi-Helfer viel zu tun. Es gibt einige Probleme. Die Stadt will rasch reagieren. Von Ludmilla Hauser

Dorothee Hungenberg und Rita Klein nicken übereinstimmend: "Furchtbar. Da muss sich die Stadt was einfallen lassen, bessere Beschilderung, Fußgängerampel. So kann das jedenfalls nicht bleiben." Die Frauen aus Bergisch Gladbach und Kürten stehen an der Ersatzbushaltestelle Rathenaustraße. Bis sie dort angekommen sind, "hat es gedauert, weil eben nix beschildert ist". Hungenberg war zuerst zur Haltestelle auf Doktorsburg-Seite gelangt, musste aber auf die andere Seite. "Wenn man bis zur nächsten Ampel ein paar hundert Meter laufen soll, ist der Bus weg. Ich bin mit jetzt einfach so über die Straße gelaufen. Ungefährlich ist das nicht."

Ob an der Haltestelle, auf dem Weg über Gleis fünf oder die Havensteinstraße zur Bahn oder in die City oder auf dem leeren Busbahnhof: Irritationen zum Acht-Milllionen-Euro-Umbauprojekt mitten in Wiesdorf sind da. Es ist Tag eins der rund 18-monatigen Großbaustelle. Von der ist noch kaum etwas zu sehen: Ein Vermessungstechniker packt am Mittag wieder zusammen, zwei Monteure klemmen die elektronischen Anzeigetafeln ab, per Gabelstapler werden kleinere Baufahrzeuge vom Laster gehoben.

Hans-Dieter und Gertrud Schall aus Langenfeld steuern den Wupsi-Mitarbeiter in der gelben Weste an, der Auskünfte zu den Haltestellen gibt und gerade eine Kölnerin losschickt, die es in vier Minuten vom bis zur Haltestelle Rathaus-Galerie (Kinopolis-Kreisel/Wöhlerstraße) schaffen will. Rennend. "In Leverkusen gibt es den totalen Verkehrsinfarkt", sagt Schall. "A1-Brücke, die S-Bahn aus Köln fährt nicht, der Regionalexpress wegen der Zugentgleisung in Dortmund unregelmäßig, nun ist der Busbahnhof zu." Gertrud Schall ergänzt: "Bis nach Opladen kann man auch nicht fahren, da funktionieren am Bahnhof die Rolltreppen nicht."

Der Wupsi-Verkehrslenker weist ihnen den Weg. Ab 7 und bis 19 Uhr stehen Wupsi-Mitarbeiter bereit, um Fragen zu beantworten. Etwa auch dazu, warum noch die Schienenersatzbusse am Busbahnhof halten. Gerade bei älteren Leuten schwinge öfter zart Empörung über die Situation mit, erzählt der Wegweiser. "In vier Stunden habe ich gut 60 Leuten geholfen." Der Bedarf sei da.

Das ist auch Andrea Deppe aufgefallen. Die Baudezernentin ist mit Kollegen von den städtischen technischen Betrieben (TBL) und der Wupsi morgens unterwegs gewesen. "Es wird in nächster Zeit wöchentliche Treffen zwischen Wupsi, TBL und Stadt geben", kündigt sie mittags an. Festgestellt hat das Team, "dass die Bahn die Beschilderung, die es am Bahnhof geben sollte, nicht aufgehängt hat, aber nacharbeiten will"; dass die Stadt Linien auf dem Boden aufbringen will, die den Weg zu den Ersatzhaltestellen weisen, dass es am Bahnhof eine verschiedenfarbige Beschilderung geben wird. "Wir versuchen, bei Problemen zeitnah gegenzusteuern. Das ist eine Operation am offenen Herzen", sagt Deppe. So prüft die Stadt auch die Ampel am Kinopolis-Kreisel. "Sie soll die stärkeren Fußgängerströme lenken. Vier Schaltungen sind eingespeichert, wir müssen schauen, welche am besten funktioniert." Gut. Denn eine Radfahrerin ist am Vormittag entsetzt, als sie den Kreisel schiebend überquert. "Die neue Fußgängerampel ist dermaßen schlecht eingestellt, dass Ältere, Behinderte und kleine Kinder niemals während der Grünphase die andere Seite erreichen können." Eine weitere Folge der Ampel: Der Rückstau in der Wöhlerstraße reicht mittags weit in die Ausfahrt des Rathaus-Galerie-Parkhauses. Mancher testet in der Situation flott mal seine Hupe.

Am Abend soll noch die Beleuchtung auf den Wegen zwischen Bahnhof und Ersatzhaltestellen kontrolliert werden, verspricht Deppe. Auch an der Rampe Richtung Forum will die Stadt für Radler etwas ändern. Die Baudezernentin, die betont, es habe noch keine Beschwerden gegeben, gibt Dorothee Hungenberg und Rita Klein Hoffnung: "Wir prüfen, ob an der Rathenaustraße ein Fußgängerüberweg eingerichtet werden kann und wie wir den Fußgängerstrom gezielt steuern können, damit niemand daneben über die Straße laufen muss."

Quelle: RP
 
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