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Leverkusen
Sonnenfinsternis auf dem Niesen-Solardach

Leverkusen: Sonnenfinsternis auf dem Niesen-Solardach
Personalchef Markus Kalcker mit einer Illustration der Sonnenfinsternis -die sorgte bei den Solaranlagen gestern für einen Leistungsabfall. FOTO: uwe miserius
Leverkusen. Markus Kalcker ist stolz. "Logisch", wie er sagt. Der Leiter für Personal, Finanzen und Controlling bei der Logistikfirma Niesen, deren große Hallen in Küppersteg, an der Robert-Blum-Straße, steht, ist für ein ganz besonderes Projekt verantwortlich. Nämlich die rund 10 000 Quadratmeter einnehmende Solaranlage auf den Dächern eben jener Hallen. Von Tobias Brücker

Der Weg zu dieser Anlage ist beschwerlich: Er führt über eine hohe Leiter. Oben angekommen zeigt sich die immense Dimension der Anlage, die die Größte ihrer Art in ganz Leverkusen ist.

"Hier, auf der größten Halle, sind jetzt rund 8000 Quadratmeter Platten", sagt der 42-Jährige. 2010 wurden sie auf das Dach gesetzt. Zwei Jahre später kam dann noch das Nebengebäude dazu - dort sind 2000 Quadratmeter mit Photovoltaikpaneelen, wie sie im Fachjargon heißen, bestückt.

"An einem guten Sonnentag liefert die Anlage 3000 Kilowattstunden am Tag", erzählt Kalcker, "da geht die Sonne früh auf und hat einen guten Neigungswinkel auf die Platten."

Durch die gestrige Sonnenfinsternis fehlten die Strahlen des glühenden Himmelskörpers jedoch fast gänzlich, und zu allem Überfluss zeigte sich auch das Wetter allgemein von seiner schlechten Seite. So kommen an solchen Tagen von möglichen 3000 Kilowattstunden, die über das ganze Jahr gesehen bis zu 180 Haushalte mit Strom versorgen können, nur 300 zusammen.

Über unzählige und wohl kilometerlange Kabel, die sich wie schwarze Nudeln zwischen den Platten umher und über die Fläche des Dachs schlängeln, gelangt der durch die Anlage produzierte Gleichstrom in den so genannten Wechselrichterraum. Das kleine Häuschen, das nur 30 Quadratmeter misst und auf dem Firmengelände steht, ist mit acht Wechselrichtern ausgestattet. Vier Große und vier Kleine. Diese wandeln den Gleichstrom, den wir in unseren Steckdosen nicht verwenden können, in Wechselstrom um - im Jahr rund 500 000 Stunden. "Von hier aus geht der Strom in ein Trafohaus der EVL und von dort direkt ins Stromnetz", erklärt Kalcker, der die Lautstärke seiner Stimme aufgrund der sich laut kühlenden Wechsler ein Stück erhöhen muss.

Erhöhen muss sich die durch Solarplatten gelieferte Energie in Deutschland derweil nicht, so berichtet Kalcker.

Mittlerweile gebe es sogar schon teils zu viel. "Die EVL und die Netzgesellschaften können die Wechselrichter aus der Ferne steuern, falls zuviel Strom produziert wird. Damit das Netz nicht überlastet wird. Da war gestern keine Gefahr.

Quelle: RP
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