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Leverkusen
SPD: Bahnlärm erhöht Infarkt-Risiko

Leverkusen: SPD: Bahnlärm erhöht Infarkt-Risiko
Der Weg wird freigemacht: Entlang der Leverkusener Gleise werden Signalmaste abgebaut, die durch das elektronische Stellwerk nicht mehr benötigt werden. Durch die neue Technik können mehr Güterzüge die Strecke passieren. FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Der Krach der Güterzüge in Leverkusen stört die Anwohner. Bahnlärm kann laut SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auch krank machen. Im September trifft sich die Politik mit Bremsbelaghersteller TMD. Von Sabine Wotzlaw

Wenn Güterzüge durch Opladen poltern, müssen die Anwohner im Garten teils ihre Gespräche unterbrechen und das Rattern der Eisenräder abwarten. Schlaf bei offenem Fenster ist oft unmöglich. "Ich sehe auf Leverkusens Wohnbebauung das Schlimmste zukommen", sagte SPD-Bundestagsabgeordneter Karl Lauterbach gestern auf Anfrage. Gemeint ist damit eine Zunahme der Güterzüge auf der Strecke über Opladen, Fixheide, Alkenrath und Schlebusch, der Ausbau der Bahnstrecke Düsseldorf-Rheindorf-Küppersteg-Wiesdorf für den Rhein-Ruhr-Express (RRX) sowie Ausbau und Leistungssteigerung des Bahnknotens Köln. Alle Projekte haben eines gemeinsam: Sie verursachen Lärm.

Lärm, der nicht nur nervt, sondern auch krank machen kann, sagen Mediziner. Karl Lauterbach, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD, der das Lärmproblem in Leverkusen kennt, sagt: "Wenn die Nachtruhe durch Lärm gestört wird, drohen Herz- und Kreislaufprobleme. Auch das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen, steigt", warnt der SPD-Bundestagsabgeordnete.

"Steigerung von bis zu 70 Prozent"

Viele glaubten, dass Bahnlärm unschädlich sei, wenn man nicht davon wach werde. "Das ist falsch", betont Lauterbach, der dem "Transport von Gütern durch Wohngebiete kritisch gegenüber steht". Die Absicht der Bahn, auf der Personenzugstrecke regelmäßig Güterzüge rollen zu lassen, trifft zehntausende Bürger in Leverkusen. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn schreibt in einem Schreiben an Verkehrsminister Ramsauer von einer "Steigerung von bis zu 70 Prozent der Güterzugbelastung" bis 2015 in Leverkusen.

Auch SPD-Landtagsabgeordnete Eva Lux kennt das Lärmproblem. Sie wohnt seit 25 Jahren in der Nähe der Bahnstrecke Wiesdorf. "Bei mir klirrten früher die Gläser im Schrank, wenn eine Bahn vorbeirauschte. Von der Frequenz her ist das heute aber kein Vergleich mehr zu früher." In Sachen Bahnlärm stünden alle Leverkusener Fraktionen zusammen, betont die SPD-Abgeordnete: "Unsere Fraktion unterstützt entsprechende Schreiben und Anträge. Wir müssen die Bahn AG dazu bewegen, Schallschutzmaßnahmen über das vorgeschriebene gesetzliche Minimum hinaus zu errichten." Nach der Sommerpause im September stehe ein Termin aller Fraktionen bei der in Leverkusen vertretenen Firma TMD Friction an.

Das in Leverkusen eher als Textar bekannte Unternehmen arbeitet mit vier weiteren Firmen in einem Großversuch an Bremsbelägen, die den Lärm eines vorbeirollenden Güterwaggons halbieren sollen. "Wir werden uns das Modell anschauen", kündigte Lux an.

Quelle: RP
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