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Leverkusen
Spezialist Spielmanns erforscht tödliche Keime

Leverkusen. Gefährlicher Klinikkeim MRSA: Lungenarzt des St. Remigius Krankenhauses ist an weltweiter Studie beteiligt. Von Dorian Audersch

Dr. Marc Spielmanns, Chefarzt für Innere Medizin im St.-Remigius-Krankenhaus, und sein Team haben an einer globalen MRSA-Beobachtungsstudie teilgenommen. 222 Medizinische Zentren weltweit erfassten alle außerhalb einer Klinik erworbenen Lungenentzündungen und untersuchten sie auf den gefährlichen, multiresistenten Hospitalkeim MRSA ((Methicillin-resistente Staphylococcus aureus). Die Gute Nachricht: Die Werte für Deutschland sind besser als erwartet.

Die Angst der Patienten vor MRSA ist groß - unter anderem, weil die Behandlung mit Antibiotika als schwierig gilt. Die jetzt veröffentlichte Studie befasst sich mit dem Thema Lungenentzündung und MRSA: Forscher aus 54 Ländern lieferten Daten von 3702 Betroffenen. Aus Deutschland nahmen acht medizinische Zentren teil und sammelten Werte von 134 Patienten. Allein die Abteilung Innere Medizin des St.-Remigius-Krankenhauses in Opladen, das zur Kplus-Gruppe gehört, steuerte die anonymisierten Daten von 54 Personen bei: "Wir hatten intensive Tage", sagt Spielmanns, der die Werte in eine globale Internetplattform einspeiste.

Ergebnis der "GLIMP-Studie": Vier Patienten aus Deutschland hatten eine außerhalb des Krankenhauses erworbene Lungenentzündung mit dem gefährlichen, multiresistenten Keim. "Für Deutschland sind das keine beunruhigenden Daten", sagt der Lungenspezialist. Nur die in diesem Bereich als vorbildlich geltenden europäischen Nachbarn Niederlande (42 Patienten) und Dänemark (86 Patienten) hatten in besagter Erhebungszeit keine MRSA-Fälle. Im Vergleich zur restlichen Welt stellt die Studie erhöhte Anzahlen von MRSA-Pneumonien in den USA und niedrige Werte für Spanien fest.

Als Risikofaktoren haben die Forscher bereits durchgemachte Infektionen oder -besiedlungen, gehäuft auftretende Wundinfektionen und besonders schwere Lungenentzündungen identifiziert. Spielmanns sieht sich in seiner täglichen Arbeit bestätigt: "Das Risiko für eine außerhalb des Krankenhauses erworbene MRSA-Lungenentzündung ist insgesamt eher gering. Eine gezielte Suche nach diesen speziellen Erregern macht also vor allem bei den Risikokonstellationen Sinn." Trotzdem seien auch weiterhin besondere Vorsicht und Sorgfalt geboten. Spielmanns verweist darauf, dass seit April 2016 im St.-Remigius-Krankenhaus jeder Patient, der stationär aufgenommen wird, auf MRSA gescreent wird.

Quelle: RP
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