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69:82 - Giants am Boden zerstört

Lokalsport: 69:82 - Giants am Boden zerstört
Aus und vorbei: Power Forward Götz Twiehoff ging kurz nach der Partie gegen Chemnitz in der Smidt-Arena zu Boden, um seinen Frust über den just besiegelten Abstieg der Giants zu verarbeiten. FOTO: UWE MISERIUS
Leverkusen. Obwohl Köln Schützenhilfe leistet und die Stimmung in der Smidt-Arena prächtig ist, reicht es für die Giants angesichts der Pleite gegen Jena nicht zum Klassenerhalt. Das dritte Jahr in der 2. Basketball-Bundesliga ist vorerst das letzte. Von Sebastian Laule

Das erhoffte Leverkusener Basketball-Wunder blieb diesmal aus. Nach drei Jahren in der 2. Bundesliga (Pro A) müssen die Bayer Giants in der kommenden Saison wieder eine Klasse tiefer in der ProB antreten. Durch das 69:82 (37:42) am letzten Spieltag gegen Chemnitz verspielten die Riesen vom Rhein ihre letzte Chance auf den Klassenerhalt - trotz der Schützenhilfe der Kölner RheinStars, die in Essen gewannen. Durch den gewonnenen direkten Vergleich bleiben die Kruppstädter über dem Strich.

"Wir sind super in die Partie gekommen und lagen auch verdient vorne. Auch als wir zurücklagen, hat die Mannschaft bis zum Ende alles probiert, aber diesmal sollte es wohl einfach nicht sein", lautete das Fazit von Trainer Achim Kuczmann. In der 26. Minute schien das glückliche Ende für die Giants noch greifbar. Ein Dreier des erneut starken Rod Camphor sowie zwei Freiwürfe von Drew Brandon verkürzten den Spielstand auf 49:51 - und knapp 60 Kilometer entfernt lag Essen mit 52:64 zurück.

Die Hoffnung schwand dann aber schnell. Bis zum Ende des Viertels setzte es einen 2:12-Lauf und auch im letzten Abschnitt konnte Bayer den Rückstand nicht mehr unter zehn Punkte drücken. So stand die letzte Begegnung gegen den Tabellensiebten sinnbildlich für die gesamte Saison an deren Ende nun der Abstieg steht. "Chemnitz hatte in den entscheidenden Momenten mehr Qualität - auf der Bank und dem Feld. Ein Virgil Matthews ist mit seiner Erfahrung ist eben eine ganze andere Kategorie Spieler, als wir sie haben", meinte Kuczmann. Qualität und Erfahrung, was auf Seiten der Niners Virgil Matthews mit seinem Triple-Double perfekt verkörperte, waren genau die beiden Größen, die den Giants in dieser Spielzeit oft abgingen. Von 30 Saisonspielen haben die Giants 23 verloren. Nur ein Team konnte auswärts weniger Siege einfahren: Der Mitabsteiger aus Rhöndorf.

Am Samstag sickerte die bittere Erkenntnis spätestens kurz nach Beginn des letzten Viertels durch. Die rund 1500 Fans in der Rundsporthalle begannen trotz der sportlichen Talfahrt mit der emotionalen Wiederaufrichtung ihres Teams. Mit so viel Unterstützung scheint das Vorhaben, den direkten Wiederaufstieg anzupeilen, realistisch. "Wir wollen oben angreifen. Das muss unser Ziel sein", betonen Kuczmann und Abteilungsleiter Frank Rothweiler unisono. Mit welchem Personal das gelingen soll, ist offen. Jetzt gehe es darum, zuerst mit den deutschen Spielern zu sprechen - um danach zu schauen, für welche Positionen US-Amerikaner gebraucht würden, sagt Kuczmann. Topscorer Rod Camphor dürfte eine Klasse tiefer aber nicht zu halten sein. Er verabschiedete sich auf Facebook bereits von den Leverkusener Fans und wünschte den Giants viel Glück für die Zukunft.

Giants: Brandon (5), Camphor (25), Heckel (1), Twiehoff (11), Legankovas (9), Heinzmann (1), Kuczmann (9), Hulbin (8), Nick, Merkens.

Quelle: RP
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