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Lokalsport
Abgezockte Leichlinger schlagen schwache SGL

Leichlingen. Trotz vieler Ausfälle zeigte sich Drittliga-Meister Leichlinger TV in guter Frühform. Das klare 39:28 gegen den Aufsteiger Langenfeld, der insbesondere defensiv enttäuschte, war in dieser Höhe jedoch nicht zu erwarten. Von Tobias Brücker

Man konnte es Dennis Werkmeister nach effektiv 60 gespielten Minuten vom Gesicht ablesen: Trotz anderslautender Bekundungen stand dem Trainer der Handballer der SG Langenfeld die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Wohl um einige strapazierte Nerven reicher, dafür aber umso erleichterter zeigte sich sein Gegenüber. LTV-Coach Frank Lorenzet hatte sich einmal mehr über die gesamte Spieldauer die Lunge aus dem Leib geschrien - taktische Anweisungen gegeben, Schiedsrichterentscheidungen angezweifelt und seinen Spielern gut zugesprochen. Dass vor 400 Zuschauern nach der finalen Sirene ein deutliches 39:28 (19:11) aus Leichlinger Sicht von der Anzeigetafel leuchtete, hatte - trotz des hohen Engagement von der Seitenlinie und Tribüne - niemand erwartet.

"Wir dachten, das Spiel etwas länger offenhalten zu können", sagte Werkmeister nach dem Kräftemessen bedrückt. Gerade in die dritte Spielklasse aufgestiegen, rechnete man sich in Langenfeld beim Vorjahresmeister durchaus etwas aus.

Vor allem die Verletzungsmisere, die den LTV bereits in der gesamten Vorbereitung belastete, begriffen die Nachbarstädter als Chance. "Individuell ist Leichlingen heute allerdings einfach deutlich besser gewesen", betonte Werkmeister.

Lorenzet wiederum huldigte insbesondere seiner Mannschaft. Mit nur zwölf Spielern in die Partie gegangen, machten diese aus Sicht ihres Trainer nahezu alles richtig. "Wir hatten uns zwei, drei Knackpunkte vor dem Spiel erarbeitet, mit denen wir Langenfeld in Bedrängnis bringen wollten", erklärte der 49-Jährige. "Das hat die Mannschaft perfekt umgesetzt."

Einer dieser Knackpunkte schien das schnelle Spiel nach vorne zu sein. Nahmen die Leichlinger einen Gegentreffer hin, trugen sie den Ball in Person von Torhüter Ante Vukas schnellstmöglich an den Mittelkreis. So hielten sie die Gäste in Bewegung - und die Konzentration auf der Gegenseite durfte demnach in keiner Phase des Spiels nachlassen.

Die SGL wiederum wirkte teilweise behäbig, indem sie sich zu lange über den Ball im eigenen Netz ärgerte. Wurde das Umschaltspiel nach vorne in den Anfangsminuten noch forciert, nahm es im Verlauf der ersten Hälfte ab. Die im Vorfeld hochgelobte Defensive des Außenseiters fand zudem zu keinem Zeitpunkt in die Partie. "Ich kann mir unser Defensivverhalten nur mit zu viel Respekt und Nervosität erklären", sagte Werkmeister. Er könne sich auch nicht erinnern, wann seine Mannschaft in der Vergangenheit 39 Gegentore habe schlucken müssen.

An diesem Tag jedenfalls wurde es den "Pirates" leicht gemacht. Allein David Kreckler narrte mit einer Bewegung zwei-, dreimal den halben Abwehrverbund und konnte in dessen Folge frei abschließen. Die Qualitäten, die eigentlich von der SGL zu erwarten waren, zeigte schlussendlich der LTV, der klug verschob, die Räume verengte und Langenfeld zunehmend in zeitliche Bedrängnis brachte - Abspielfehler und überhastete Aktionen die Folge. Beim 32:19 (46.) erreichten die Leichlinger in der zweiten Hälfte mit 13 Treffern Differenz ihren höchsten Vorsprung, bei denen unter anderem Neuzugang Mike Schulz in seinem ersten Pflichtspiel überzeugte. Vor der Saison von der SG Ratingen in die Blütenstadt gekommen, übernahm der Rechtsaußen gleich alle fünf Siebenmeter (5/4) und traf daneben weitere sechs Mal.

Es bleibt aber trotz des Sieges dabei: Aufgrund der angespannten personellen Situation sucht der LTV weiter nach personeller Verstärkung.

Quelle: RP
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