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Lokalsport
Balker Aue: LTV wartet auf den großen Wurf

Leichlingen. Der Umbau des Sportplatzes in der Balker Aue soll dem Leichlinger TV neue Möglichkeiten im Leistungssport eröffnen. Vor allem der erfolgreiche Leichtathletik-Nachwuchs braucht bessere Rahmenbedingungen. Von Dorian Audersch

Seit mehr als zehn Jahren ist Manfred Schmitz Abteilungsleiter für Leichtathletik im Leichlinger TV (LTV). Vorher war er lange erfolgreicher Diskuswerfer beim TSV Bayer 04 und Teil der Nationalmannschaft. Der 55-Jährige weiß also, wovon er spricht. Wenn er über den Sportplatz des LTV in der Balker Aue redet, fallen ihm vor allem mit Blick auf seine Abteilung nur wenige positive Dinge ein. "Nicht mehr zeitgemäß" sei die in die Jahre gekommene Aschelaufbahn, sagt er. Wenn es regne, sei normales Training im Grunde unmöglich - wegen ausufernder Pfützen.

"Auch für Weit- und Stabhochsprung sind die Bedingungen unzureichend." Hürdenlauf oder Sprints über 100 Meter können vor Ort demnach so gut wie gar nicht trainiert werden. "Wenn wir unsere Top-Athleten halten wollen, brauchen wir bessere Rahmenbedingungen", betont Schmitz.

Gut 2000 Menschen treiben beim LTV Sport. Mehr als die Hälfte sind Kinder und Jugendliche. Der Verein ist im Breitensport verwurzelt und bietet neben der etwa 380 Mitglieder starken Leichtathletikabteilung unter anderem auch Faustball, Tennis, Rasenkraftsport sowie Basket-, Volley-, und Handball. Sportliche Aushängeschilder sind Marc Okun und Michelle Döpke (Hammerwurf), Pauline Schäfers (Leichtathletik) oder Daniel Ewen (Diskuswurf). Die Nachwuchs-Athleten feiern längst nationale und teils internationale Erfolge.

Sportler dieser Qualität will der LTV natürlich möglichst in seinen Reihen halten - und im Idealfall weitere Talente entdecken und fördern. "Das ist eines unserer zentralen Ziele", sagt Schmitz. Der Verein wolle sich stärker Richtung Leistungs- und Wettkampfsport orientieren. Als Konkurrenz für den TSV Bayer sei das aber nicht gedacht: "Wir verstehen uns eher als Ausbildungsverein."

Ähnlich sieht es der Vorsitzende Martin Hasenjäger. "Eine zeitgemäße Laufbahn bietet uns völlig neue Möglichkeiten", betont der 46-Jährige. "Wir wollen unseren Sportlern etwas bieten." Immerhin gebe es in der Umgebung viele Vereine, die um Talente buhlen: "Ziel ist, Leichlinger Sportler in Leichlingen zu halten." Mehr Professionalität in der Spitze entfalte zudem eine gewisse Sogwirkung in der Breite. "Wenn unsere Athleten erfolgreich sind, haben sie eine Vorbildfunktion", sagt der Vorsitzende. Es gehe ihm auch darum, mehr und besseren Schul- und Seniorensport anbieten zu können.

Die Stadt hat den Handlungsbedarf erkannt. Mehr als eine Millionen Euro sollen in die Sportanlage investiert werden. Geplant ist unter anderem eine "Kampfbahn Typ C", die es ermöglichen würde, Leichtathletik-Wettkämpfe auf nationaler und internationaler Ebene auszurichten. Eine Flutlichtanlage soll zudem Training in den Abendstunden ermöglichen. Barrierefreiheit, Bewässerung, und Sitzgelegenheiten sind ebenfalls Teil der Planungen. Der Umbau zu einer modernen und mehrfunktionalen Leichtathletik-Anlage wird vor Mai nicht beginnen. Grund: Die Förderzusage durch das Land NRW steht noch aus.

Erst wenn sie eingetroffen ist, können die Arbeiten ausgeschrieben werden. So lange müssen Verantwortliche und Sportler des LTV das Beste aus den Bedingungen machen. "Im Grunde warten wir nur noch auf eine klare Ansage, wann es losgehen kann", sagt Hasenjäger.

Quelle: RP
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