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Lokalsport
Bayers Frauen starten die Mission Klassenerhalt

Leverkusen. Trainer Thomas Obliers glaubt fest an den Verbleib in der Bundesliga. Viel verspricht er sich vom einzigen Neuzugang der Winterpause. Von Tobias Krell

Thomas Obliers blieb trotz Niederlage gelassen. Mit der Leistung im letzten Test konnte der Trainer von Bayers Fußballerinnen zufrieden sein. Die 1:2-Niederlage gegen den 1. FFC Frankfurt konnte er als Erfolg verbuchen. Schließlich zählt in der Vorbereitung nicht das reine Ergebnis, sondern viele andere Aspekte des Spiels. Ab Sonntag ist das anders. Dann sollten sich Obliers und seine Schützlinge Gelassenheit und knappe, unglückliche Niederlagen nicht mehr erlauben.

Mit der Partie bei USV Jena morgen um 14 Uhr steigen die Leverkusenerinnen wieder in den Spielbetrieb der Bundesliga ein. Überwintert haben sie auf einem Abstiegsplatz, weil der punktgleiche Aufsteiger Werder Bremen sie am ersten Rückrundenspieltag im Dezember wegen der deutlich besseren Tordifferenz überholt hatte.

Obliers bleibt dennoch zuversichtlich. "Wir sind vollkommen überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen", versichert er. Für den Optimismus gibt es - neben dem tatsächlich sehr ordentlichen Test gegen den FFC - weitere gute Gründe. Einer davon ist 1,68 Meter groß, 21 Jahre jung, kommt vom isländischen Erstligisten Thor Akureyri und heißt Sandra Maria Jessen. Ob die variabel einsetzbare Angreiferin schon in Jena an Bord ist, lässt ihr Trainer offen.

Der Neuzugang ist erst vor wenigen Tagen eingetroffen, aber kennt die künftigen Kolleginnen bereits. Ihre Verpflichtung ist das Ergebnis eines Besuches im vergangenen Jahr. Mit einer Teamkollegin hatte Jessen ihren Coach nach Leverkusen begleitet, der bei Obliers hospitierte. Dabei trainierte die Offensivkraft im Bayer-Kader mit. Die Leverkusenerinnen waren sofort begeistert von der Isländerin mit Länderspiel- und Champions League-Erfahrung.

Mit schnellem Antritt und hoher Spielintelligenz sei sie "sehr torgefährlich und auf jeden Fall eine Hilfe für uns", ist ihr neuer Trainer überzeugt. Eine Verstärkung ist aus seiner Sicht auch Merle Barth, die in der Pause ihr Comeback nach langer Verletzungspause gab - und dabei andeutete, dass mit ihr wieder zu rechnen ist. Das Eigengewächs ist so etwas wie die Vorhut der bald Genesenen, denn ein Trio hofft auf die Rückkehr bis zum Monatsende. Von den drei Spielerinnen erhofft sich Obliers nicht ohne Grund Impulse. Schließlich handelt es sich um bei dem verletzten Trio nicht um irgendwen, sondern um die erfahrene Lisa Schwab, Nationalspielerin Turid Knaak und Spielführerin Ramona Petzelberger.

Angesichts der guten Nachrichten lässt sich für den Trainer auch der recht kurzfristige Abgang von Katja Schroffenegger verschmerzen. Der Verein und die italienische Nationalspielerin einigten sich auf eine Auflösung des erst im Sommer geschlossenen Vertrags.

Schroffenegger hatte den Kampf um den Platz im Leverkusener Tor gegen Anna Klink klar verloren, was nicht zuletzt an der prächtigen Entwicklung der bisherigen Nummer 2 liegt. Klink ist für Obliers zur positiven Überraschung einer Hinrunde avanciert, die mit durchwachsen noch sehr wohlwollend umschrieben wäre. Klar ist: Nun muss es besser laufen, damit der Klassenerhalt gelingt - nicht nur, aber möglichst auch schon in Jena.

Quelle: RP
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