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Bergers Wiedersehen im DM-Halbfinale

Lokalsport: Bergers Wiedersehen im DM-Halbfinale
FOTO: Miserius Uwe
Leverkusen. Die Juniorelfe Amelie Berger will mit den A-Juniorinnen an diesem Wochenende den Deutschen Meistertitel verteidigen. Im Halbfinale des Final Four trifft sie unter anderem auf ihren Ex-Trainer Martin Schwarzwald. Gegner ist die HSG Bensheim/Auerbach. Von Andrea Daum und Stefanie Sandmeier

Den Moment des großen Erfolges haben sie noch alle vor Augen. Den Jubel, die Freudentränen und das Glücksgefühl über den Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Nur zu gerne würden Bayers A-Jugend-Handballerinnen den Triumph aus dem Vorjahr wiederholen. Die Bühne dafür hat der Verein mit vielen fleißigen Helfern in den vergangenen Wochen geschaffen. Der TSV ist Ausrichter des Endrunden-Turniers um die Deutsche Meisterschaft - bei dem es für die Juniorelfen heute zunächst darum geht, gegen die HSG Bensheim/Auerbach ins Finale einzuziehen.

Für Amelie Berger und ihre verletzte Teamkameradin Elisa Burkholder ist das Duell zugleich ein großes Wiedersehen. Beide treffen auf ihren früheren Heim-Trainer in Zweibrücken, Martin Schwarzwald, und ihre ehemalige Mitspielerin Isabell Rubeck. "Im September hatten wir noch gescherzt. Wenn beide Gruppensieger werden, treffen wir uns frühestens im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft wieder", erinnert sich Schwarzwald.

Heute um 17.30 Uhr spielt Titelverteidiger Leverkusen nun tatsächlich gegen Bensheim/Auerbach. Im zweiten Duell treffen Buxtehude und Bad Schwartau aufeinander. "Dass der amtierende Meister beim Final Four dabei ist, ist nicht überraschend. Dass wir es geschafft haben, war hingegen nicht unbedingt zu erwarten", freut sich Schwarzwald, dass es gleich in der ersten Saison beim neuen Klub so gut für ihn klappte.

Nachdem sein Team den Einzug geschafft hatte, hieß es zunächst eine Woche Urlaub. "Seither können wir uns ganz gezielt auf die Partie gegen Leverkusen vorbereiten."

Schwarzwald hält nach wie vor Kontakt zu seinen früheren Spielerinnen, war in Leverkusen zuschauen und mehrmals auch in Zweibrücken. "Daheim", sagt er dazu, wie Berger, und wie Burkholder. Die Verbundenheit mit dem SV 64 ist ungebrochen. Vor zwei Jahren erreichten die drei Spielerinnen und ihr Trainer noch gemeinsam Platz drei bei der Deutschen Meisterschaft der B-Jugend-Mädchen. "Es werden einige Fans aus der Heimat nach Leverkusen kommen", freut sich Amelie Berger.

Gespielt wird in der Smidt-Arena. "Es ist schon was Besonderes, in der eigenen Halle erstmals um den Titel zu spielen. Die Anspannung steigt", sagt Berger, die in dieser Woche noch einen Tag freibekommen hatte - inklusive der Erlaubnis, Kuchen zu essen. Opa Jürgen wurde 80 Jahre alt. Am Wochenende drückt er Amelie die Daumen. Die Deutsche Meisterschaft "wäre bestimmt ein schönes Geschenk", glaubt Berger, deren Verein zuletzt dreimal in Folge triumphierte.

Während Schwarzwald ausblenden kann, dass Berger seine Spielerin war - "ich muss mein Team ja auf die gesamte Leverkusener Mannschaft vorbereiten" - räumt Berger ein: "Auf den langjährigen Trainer zu treffen, ist schon etwas Besonderes."

Burkholder ist derzeit die Traurigste im Quartett. Nach gutem Saisonbeginn mit Einsätzen in der Bundesliga erlebte sie eine Seuchenrunde: Patellasehne verletzt, Operation, in der Genesungsphase ein Treppensturz, bei dem die Sehne erneut in Mitleidenschaft gezogen wurde. "Ich hatte lange gehofft, dass ich das Final Four spielen kann", sagt Burkholder.

Vor Wochen zeichnete sich aber ab, dass es nichts wird. Mittlerweile steht fest, dass sie noch mal operiert wird. Keine leichte Zeit, gibt sie zu, dass es schwer falle, nicht handballspezifisch trainieren zu können. Was ihr Mut macht: Leverkusen hat klar signalisiert, dass mit ihr in der kommenden Runde bei den Damen geplant wird. Für Burkholder endet die Jugendzeit.

Noch ein Jahr verbringt sie bis zum Abitur im Dormagener Internat. Umziehen vom Internat in eine Sport-WG in Leverkusen wird dagegen Amelie Berger. Einen Steinwurf entfernt von der BayArena und den weiteren Sportstätten wohnt sie dann, Schulwechsel nach Ende der zehnten Klasse inklusive. Chef-Trainerin Renate Wolf glaubt auch an Bergers Zukunft unterm Bayer-Kreuz: "Sie hat die Qualität, den Sprung in den Bundesliga-Kader zu schaffen."

Aber jetzt heißt es Final Four. "Von mir aus kann Amelie gerne 15 Tore werfen, wenn wir am Ende mit einem Tor Unterschied gewinnen", sagt Schwarzwald lächelnd. "Dann schieße ich lieber nur 14 Treffer, wenn wir dafür mit einem Tor gewinnen", kontert Berger.

Quelle: RP
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