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Lokalsport
Bolt ist zu schnell für Menga und die deutsche Staffel

Peking. Der TSV-Leichtathlet wird bei der WM über 4x100-Meter Vierter. Von Wolfgang Birkenstock

Linda Stahl saß gestern Abend schon auf der Tribüne, als ihre Vereinskollegin Katharina Molitor zu ihrem letzten Versuch, zugleich der letzte Versuch des Speerwurf-Finales bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking, anlief. Es war der Wurf, der Molitor Gold brachte. Stahl war bereits im Vorkampf des Speerwurf-Finales mit enttäuschenden 59,88 Metern als Zehnte ausgeschieden.

Als sie nach drei Versuchen das Stadion verließ, hatte sie eine berühmte Begleiterin. Auch für die Tschechin Barbora potáková, Olympiasiegerin 2008 am gleichen Ort und 2012 in London, war im Vorkampf Feierabend. "Technisch waren meine Würfe total beschissen", erklärte Stahl. Dann kam die Unsicherheit. "Ich war total nervös."

Ihr erster Versuch wurde mit 58,82 Metern gemessen, der zweite ging auf 59,69 Meter, der dritte auf 59,88 Meter. Bevor sie richtig in den Wettkampf gefunden hatte, "war es schon vorbei".

"Ich gehe jetzt Speerwurf gucken", meinte sie, als sie aus dem Stadion kam. Und saß rechtzeitig auf der Tribüne, um den entscheidenden Versuch ihrer Vereinskollegin bewundern zu können.

Bereits am Samstag war Aleixo-Platini Menga zusammen mit seinen Teamkollegen über 4 x 100 Meter knapp an einer Medaille vorbei-geschrammt. In 38,15 Sekunden lief das deutsche Sprintquartett mit dem Leverkusener als Schlussläufer zunächst als Fünfter über die Ziellinie. Dann half die US-Staffel ein wenig nach, indem sie eine Staffelübergabe verpatzte und disqualifiziert wurde. Zu den 4 x 100 Metern gehören eben auch die Wechsel. So rückten Menga und sein Team auf Platz vier vor. Zum deutschen Rekord fehlten dem schnellen Quartett nur 13 Hundertstel. "Wir haben im wichtigsten Rennen der Saison unsere beste Leistung gezeigt. Die Atmosphäre ist einfach toll und es hat einen riesen Spaß gemacht, hier zu laufen", sagte Menga im anschließenden ARD-Interview. Die Kanadier waren nur 0,02 Sekunden schneller und bekamen Bronze. Usain Bolt holte mit der jamaikanischen Staffel seine dritte Goldmedaille.

Damit sind die Weltmeisterschaften 2015 Geschichte und die Leverkusener Athleten können auf erfolgreiche neun Tage zurückblicken, die ihr Ziel erreichten und die von Geschäftsführer Paul Heinz Wellmann erhoffte Medaille mit nach Hause bringen.

Den Anfang machte Siebenkämpferin Jennifer Oeser, die sich nach einer dreijährigen Verletzungs- und Babypause einen starken zehnten Platz erkämpfte. Auch Stabhochspringer Tobias Scherbarth präsentierte sich als Siebter - ebenfalls nach jahrelangen Verletzungssorgen - in Topform. Disziplinkollege Carlo Paech hatte das Glück nicht auf seiner Seite, als er trotz guten 5,65 Meter in der Qualifikation knapp am Finale scheiterte.

Stabhochspringerin Silke Spiegelburg musste ihrer Fußverletzung aus dem Vorjahr und dem dadurch entstandenen Trainingsrückstand Tribut zollen. 4,45 Meter reichten nicht für den Finaleinzug. Hochspringer Mateusz Przybylko sammelte bei seiner WM-Premiere wertvolle Erfahrungen und überzeugte in der Qualifikation mit 2,22 Meter. Trainingskollege Alyn Camara haderte mit "zu viel Spannung" und musste sich mit 7,66 Meter begnügen.

800-Meter-Läufer Robin Schembera lief nach einer starken Saison 1:48,04 Minuten und verpasste das angestrebte Halbfinale als Vierter seines Vorlaufes nur knapp.

Quelle: RP
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