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Lokalsport
DHB-Pokal: Elfen betreiben Eigenwerbung - in jeder Hinsicht

Leverkusen. Im Pokal gab es einen klaren Sieg - und viele Sympathien.

Auf dem Papier war die Sache klar: Das DHB-Pokalspiel beim HSV Püttlingen erscheint als wenig spektakulärer Sieg für Bayers Handballerinnen. Das Team von Trainerin Renate Wolf gab sich keine Blöße und besiegte den Oberligisten standesgemäß 45:15 (21:7). Was die Ergebnistafel jedoch nicht preisgibt, sind die Begleiterscheinungen, die den Trip ins Saarland zu weit mehr als einem lästigen Pflichtprogramm machten.

Den Abend in Püttlingen genossen die Leverkusenerinnen sichtlich - als Aufbauprogramm nach der herben 18:36-Pleite gegen den HC Leipzig. Sie erwartete eine Art Volksfest mit dem Bundesligisten als Ehrengast. Weil sich die Spielerinnen darauf einließen und sich bodenständig als "Stars zum Anfassen" gaben, sich Zeit für Erinnerungsfotos mit Zuschauern und Autogramme nahmen, flogen ihnen die Herzen zu.

Durchaus möglich, dass der ein oder andere Zuschauer demnächst auch mal den Weg zu einem Bundesligaspiel in Leverkusen findet. So viel Zuneigung war Balsam für die Elfen-Seele und machte die bittere Erfahrung vom Wochenende zuvor vergessen. Zum Wohlfühl-Programm gehörte auch der nie gefährdete Sieg. Renate Wolf musste allerdings nach der 4:0-Führung noch einmal eingreifen, um ihren Spielerinnen klar zu machen, dass diese 60 Minuten mehr wert sein können als eine Trainingseinheit unter Wettkampfbedingungen. "Ich wollte verhindern, dass das Spiel vor sich hin plätschert", verriet die Trainerin. Mit dieser Maßnahme hatte sie Erfolg: Ihre Schützlinge begriffen die Chance, die das Pokalspiel gegen den unterklassigen Gegner bot - und zeigten Konzentration und Spielfreude.

Die Trainerin nutzte nach rund einer Viertelstunde die Gelegenheit, auch mal den Spielerinnen aus der zweiten und dritten Reihe Einsatzzeiten zu geben. Wieder mit von der Partie war die A-Juniorin Mia Zschocke, die den Fans der Elfen schon bei der Pleite gegen den HCL positiv aufgefallen war. Beste Schützin der Elfen war Pia Adams mit sieben Treffern.

Im Achtelfinale des Pokals Anfang November treffen die Leverkusenerinnen nun auf einen Gegner ganz anderen Kalibers: TuS Metzingen - mit den Ex-Elfen Anna Loerper, Marlene Zapf und Annika Ingenpass. Renate Wolf freute sich darauf, in der nächsten Runde vor eigenem Publikum antreten zu dürfen. Aus sportlicher Sicht hätte sie sicher auch gut mit einem leichteren Gegner leben können. "Der TuS Metzingen zählt nicht umsonst zu den besten Teams in Deutschland und ist klarer Favorit", sagte sie. Allerdings sei mit Unterstützung der eigenen Fans durchaus auch eine Überraschung drin. In der Liga geht es am 15. Oktober mit dem Spiel bei Aufsteiger Neckarsulm weiter.

Elfen: Zec, Fehr - Bijan (3), Jurgutyte (2), Seidel (3), Braun (5), Zschocke (4), Potocki (6), Bruggeman (1), Adams (7), Karolius (2), Berndt (4), Janouskova (1), Schilk (5), Rode (2).

(kre)
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