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Lokalsport
Die Giants und ihr zweiter Advent im Gefühlschaos

Leverkusen. Zur Pause führten die Basketballer mit 16 Punkten beim Spitzenreiter, traten dennoch ohne Punkte die Heimreise an. Von Sebastian Laule

Enttäuschung und Stolz, Frust und Hoffnung - nach der 72:77 (50:34)-Niederlage beim großen Aufstiegsanwärter Science City Jena hatte alles irgendwie seinen rechtmäßigen Anteil im Seelenleben der Leverkusener. "Die Stimmung in der Kabine war hinterher arg bedrückend. Es ist wirklich extrem bitter, dass sich die Mannschaft am Ende nicht für ihre fantastische Leistung belohnt hat", meinte Achim Kuczmann nach der Pleite beim Tabellenführer.

Tatsächlich hatte seine Mannschaft nach einer überragenden ersten Halbzeit bereits leise Hoffnung auf einen Sieg. "Hätte jemand nach der letzten Woche gesagt, wir zur Pause in Jena mit 16 Punkten führen, er wäre doch lauthals ausgelacht worden", sagte der Giants-Coach in Anbetracht der turbulenten letzten Tage.

Zunächst verließ mit Timmy Knipp aus persönlichen Gründen der bislang erfolgreichste Schütze das Team zurück in Richtung USA. Die beiden Nachwuchskräfte Nicklas Behler und Sören Bich sahen ihre Zukunftsperspektiven ebenfalls nicht unterm Bayer-Kreuz. Anton Zraychenkos Bänder sind zwar nicht gerissen, ein Einsatz in Jena kam aber trotzdem nicht in Frage, so dass die Riesen gegen den wohl best besetzten Kader der ProA mit einer 7er-Rotation antreten mussten, da auch der nachnominierte Benjamin Nick angeschlagen auf der Bank blieb. Kuczmann: "Was die Jungs heute gezeigt haben, war einfach nur fantastisch. Wir waren gegen die beste Mannschaft der zweiten Liga bis zum Schluss im Spiel und hätten es absolut verdient gehabt, hier zu gewinnen."

In der zweiten Halbzeit schmolz der schöne Vorsprung dann aber minütlich dahin, Jena kam mit einem 7:0-Lauf aus der Kabine und setzt in der Folge noch mehr auf Aggressivität. Den ersten Ansturm konnten die Gäste durch die starken James Hulbin und Dennis Heinzmann noch einmal kontern, mit 62:55 ging es ins letzte Viertel. Dort hatten die Riesen dann nicht nur mit dem sichtbar werdenden Kräfteverschleiß zu kämpfen, sondern auch mit einigen unverständlichen Entscheidungen der Schiedsrichter. "Klar gibt es in diesen Phasen auch strittige Szenen. Aber wenn in diesen Momenten vorne und hinten alles nur gegen dich gepfiffen wird, ist das doppelt bitter", meinte Kuczmann besonders mit Blick auf das fünfte Foul von Ricky Kreklow für ein vermeintliches Offensivvergehen.

Kurz darauf ging Jena erstmals seit der fünften Minute wieder in Führung. Während die Giants sich anschließend binnen zwei Minuten zwei leichtfertige Turnover leisteten (Hulbin) und freistehend zwei Korbleger vergaben (Heinzmann, Kuczmann) bescherte Jenas Topstar Jelani Hewitt den Thüringern den siebten Heimsieg. Die Riesen dagegen haben jetzt schon vier Punkte Rückstand auf Platz 14.

Giants: Brandon (16), Twiehoff (3), Kreklow (9), Heinzmann (14), Kuczmann (11), Hulbin (19), Merkens.

Quelle: RP
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