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Lokalsport
Durch die Lüfte zum Titel gleiten

Qualifikation zur Segelflugmeisterschaft der Junioren beim LSC
Qualifikation zur Segelflugmeisterschaft der Junioren beim LSC FOTO: Miserius, Uwe
Leverkusen. Erstmals richtet der LSC Bayer Leverkusen die Qualifikation für die nationale Segelflugmeisterschaft der Junioren aus. Von Gabi Knops-Feiler

Wenn in dieser Woche 25 Teilnehmer aus allen Bundesländern bei der Qualifikation zur Deutschen Junioren-Segelflugmeisterschaft um Plätze und Punkte ringen, liegt der Vergleich mit der Formel 1 nah. Damit sich niemand einen Vorteil verschaffen kann, werden Maschinen und Piloten - wie beim Autorennen - vor dem Start gewogen. Und wie beim Motorsport wird das Ergebnis beeinflusst durch persönliche Fitness, Erfahrung, Wetterbedingungen und ein wenig Glück. Bis zum kommenden Samstag ermitteln die Segelflieger, wer in die Endrunde der Deutschen Meisterschaften einzieht. Doch selbst wenn röhrende Motoren und Spritgeruch auf dem Flugplatz am Kurtekotten weitgehend fehlen: So ganz ohne geht es auch beim Segelfliegen nicht. Denn zu Beginn müssen mehrere Motorflugzeuge ein Segelflugzeug nach dem anderen in die Höhe schleppen. Sobald 600 Meter erreicht sind und die Ausklinkvorrichtung betätigt ist, sind die Akteure auf sich alleine gestellt.

Als erstes versuchen sie, sich mit Hilfe der Thermik weiter in die Höhe zu schrauben. Ist das geschafft, beginnt die eigentliche Herausforderung: Im Geradeausflug möglichst schnell möglichst weit zu kommen - von einem vorgegebenen Wendepunkt zum nächsten. Dabei erreichen moderne Hochleistungssegelflugzeuge nicht selten bis zu 250 Stundenkilometer. Sämtliche Daten wie Flughöhe und -dauer werden an Bord elektronisch aufgezeichnet. Es ist nicht unüblich, dass Piloten bis zu acht Stunden im Cockpit verbringen, während die Flugzeuge lautlos und ausschließlich vom Wetter abhängig durch die Lüfte gleiten. Das ist mit einigem Risiko verbunden. Unachtsamkeiten kann sich der Pilot in dieser Zeitspanne nicht leisten. Finden Flugzeugführer keine Thermik, ist es üblich, dass sie auf einem anderen Flugplatz oder einem Feld landen. Die so genannte "Außenlandung" ist ein normaler Vorgang. "Das wäre das Schlimmste, das mir passieren könnte", sagt Steffen Dringenberg. In einem einsitzigen Segelflugzeug der Klasse LS 4 startet der 19-jährige Student aus Schlebusch als einziger Teilnehmer für den Luftsportclub (LSC) Bayer Leverkusen, der den einwöchigen Wettstreit in der so genannten Clubklasse erstmals ausrichtet.

Obwohl Dringenberg nie zuvor an einem großen Wettbewerb teilnahm, sieht er seinen Heimvorteil als Pluspunkt: "Ich gehe entspannt in die Auseinandersetzung." Er stehe nicht unter Leistungsdruck, sondern wolle vor allem Spaß haben und neue Leute kennenlernen. Am Samstag, dem Morgen nach Anreise und Aufbau des Fliegerlagers, begann der erste Wertungstag. Zuvor gab Wettbewerbsleiter Kai Brüning bei einer kurzen Besprechung alle wichtigen Daten wie Wetter und Wendepunkte bekannt. Bis Ende der Woche wird sich dieser Ablauf täglich wiederholen. Es kommt allerdings auch vor, dass - wie gestern - wegen des Wetters nicht geflogen werden kann, oder sich der Wettbewerb verzögert.

Deutsche Piloten belegen im internationalen Vergleich regelmäßig Spitzenplätze. Die jungen Leute, die in Leverkusen starten, wollen genau dorthin. Wer es letztlich in die Endrunde der Junioren-Segelflugmeisterschaften schafft, zeigt sich am Samstag, 22. Juli. Um 19 Uhr ist die Siegerehrung, anschließend wird gefeiert.

Quelle: RP
 
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