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Lokalsport
Ein sportliches Geschwister-Trio

Lokalsport: Ein sportliches Geschwister-Trio
Ohne Sport geht nichts (v.l.): Jacub (FC Schalke II), Mateusz (Hochspringer beim TSV Bayer 04) und Kacper Przybylko (1. FC Kaiserslautern). FOTO: Uwe Miserius
Leverkusen. Als Kind wollte Mateusz Przybylko als Fußballer hoch hinaus, ehe er die Leichtathletik für sich entdeckte. Seine beiden Brüder Jacub und Kacper blieben dem runden Leder jedoch treu. Der Sport wurde den dreien in die Wiege gelegt. Von Simon Janssen

Die Tätowierung auf Mateusz Przybylkos linkem Bizeps verrät, was für ihn am wichtigsten ist. "Mi Familia" (Spanisch für "Meine Familie") steht in geschwungener Schrift auf seinem Arm. Nicht nur zu seinen Eltern pflegt der 23-Jährige engen Kontakt, sondern auch zu seinen Brüdern Jacub und Kacper (beide 22). Sportlicher als die Przybylkos kann eine Familie kaum sein. Vater Mariusz war einst polnischer Fußball-Nationalspieler und Mutter Violetta eine erfolgreiche Leichtathletin.

Als kleiner Junge wollte Mateusz ein großer Fußball-Star werden. Gemeinsam mit seinen kleinen Brüdern kickte er damals als Libero für den Nachwuchs von Arminia Bielefeld. "Nach einer Verletzung wurde ich aber wegen mangelnder Leistung rausgeschmissen", erinnert sich Mateusz. Heute kann er über diese harte Maßnahme lachen, doch als damals Elfjähriger nahm ihn die Situation emotional mit. "Ich saß erstmal ein paar Monate frustriert zu Hause", sagt er.

Seine Mutter brachte ihn schließlich auf die Idee, mit Leichtathletik anzufangen. "Sie hat mich dann einfach mal mitgenommen und ich habe direkt neue Freunde kennengelernt. In diesem Alter denkt man ja nicht daran, mit dem Sport mal Geld zu verdienen, man will einfach nur Spaß haben."

Im wahrsten Sinne des Wortes ging es für den 23-Jährigen in den darauf folgen Jahren hoch hinaus. Mittlerweile ist Mateusz einer der besten Hochspringer im Trikot des TSV Bayer 04 und hat sich vor kurzem in Südafrika und Lanzarote auf den Start ins Olympiajahr vorbereitet. "Ich will unbedingt nach Rio de Janeiro. Ich denke auch, dass es klappen wird - die Norm liegt bei 2,30 Metern und das Training läuft super", sagt der Deutsche Hallenmeister von 2015, der im Mai vergangenen Jahres sogar die 2,30-Marke knackte.

Während Mateusz derzeit dafür schuftet, seinen Olympia-Traum zu erfüllen, bereiten sich seine Brüder auf die anstehende Fußball-Rückrunde vor. Jacub schnürt seine Stollenschuhe für die Reserve des FC Schalke 04 und Kacper geht seit dem vergangenen Jahr für den 1. FC Kaiserslautern auf Torejagd. Dabei machten die beiden Zwillingsbrüder vor Jahren ebenfalls als Leichtathletik-Talente auf sich aufmerksam. "Wir haben eigentlich alles gemacht - Hochsprung, Weitsprung und gelaufen sind wir auch", sagt Jacub, dem die Entscheidung pro Fußball aber nicht schwer fiel: "Ich liebe diesen Sport einfach."

Wenn sich das Geschwister-Trio sieht - was aufgrund unterschiedlicher Trainingspläne nur unregelmäßig vorkommt - dann wird geflachst wie in alten Tagen. Geschwisterliebe eben. Gekickt wird jedoch eher selten. "Meistens gehen wir schwimmen, bowlen oder spielen Tennis. Die Abwechslung ist wichtig", sagt Mateusz, der von sich sagt, ein sehr guter Kopfballspieler gewesen zu sein und augenzwinkernd anfügt, mit seinen Brüdern noch mithalten zu können. Seitdem Jacub in Gelsenkirchen spielt (vorher bei Greuther Fürth), sieht er seinen großen Bruder jedoch wieder häufiger. "Bis nach Leverkusen ist es ja nicht so weit", sagt der 22-Jährige.

Doch nicht nur der Sport spielt bei den Przybylkos eine große Rolle, sondern auch die Musik. So besuchten die drei gemeinsam vor dem Weihnachtsfest, das bei den Eltern in Bielefeld gefeiert wurde, ein traditionelles polnisches Konzert.

Heute geht Mateusz ab 16.20 Uhr bei den Nordrheinhallenmeisterschaften in Leverkusen an den Start. Seine Brüder können ihn zwar vor Ort nicht anfeuern, doch irgendwie hat er Jacub und Kacper ja immer bei sich - spätestens dann, wenn er auf das Tattoo auf seinem linken Bizeps blickt.

Quelle: RP
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