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Lokalsport
Elfen wollen es heute wie die Europameister machen

Leverkusen. Gegen Titelfavorit Thüringer HC sollen Teamgeist und starke Paraden helfen. Jenny Karolius verlängert ihren Vertrag. Von Tobias Krell

Handball ist derzeit das größte Gesprächsthema für Sportbegeisterte im ganzen Land. Daher dürften auch Bayers Frauen hoffen, ein wenig von der Aufmerksamkeit zu profitieren, für die der überraschende und mitreißende Titelgewinn der DHB-Männer bei der Europameisterschaft in Polen gesorgt hat. Auf der Wunschliste der Elfen ganz oben dürfte eine stimmungsvolle Kulisse für das schwere Heimspiel heute gegen den Meister, Titelfavoriten und Branchen-Krösus Thüringer HC stehen (19.30 Uhr, Smidt-Arena).

Das Team von Trainerin Renate Wolf, das beim Public Viewing mit den Fans Zeuge des Husarenstücks der Nationalmannschaft wurde, muss allerdings nicht allein auf dessen Strahlkraft bauen. Die Leverkusenerinnen hatten schon vor der Übertragung mit der Gala-Vorstellung gegen Göppingen reichlich Werbung in eigener Sache gemacht. Da hatten die Elfen im Kleinen das Publikum ähnlich mitgerissen, wie anschließend die Nationalmannschaft die versammelten Fans vor den Bildschirmen.

Auch sonst gibt es die ein oder andere Parallele. "Toll, wie das Team es geschafft hat, über den Kampf ins Turnier zu finden und sich in einen Rausch zu spielen", schwärmt Leverkusens Trainerin Renate Wolf. Eine konzentrierte Deckung soll neben starken Paraden demnach auch heute für ihr Team der Schlüssel sein, der die Tür zu einer Überraschung gegen den großen Favoriten öffnet.

Wenn es bei den Elfen um die Defensive geht, rückt automatisch Jenny Karolius (29) in den Fokus. Sie gab am Wochenende vor dem Kräftemessen mit dem Titelverteidiger als zentrale Figur der starken Abwehr eine gelungene Kostprobe ihres Könnens. Das begeisterte nicht nur die Fans, sondern auch den Hallensprecher. Der platzte nämlich im Überschwang der Begeisterung mit einer Nachricht heraus, die eigentlich erst Anfang der Woche öffentlich werden sollte: Bayer ist es gelungen, den im Sommer auslaufenden Vertrag mit Karolius um ein Jahr zu verlängern. "Sie ist ein ganz wichtiger Baustein für unser Spiel", kommentiert Wolf den jüngsten Erfolg in der Kaderplanung. Welchen Stellenwert die Spielerin mit dem Spitznamen "Flummi" in Leverkusen hat, zeigt sich schon daran, dass die Ergotherapeutin seit ihrem Wechsel an den Rhein Spielführerin des Teams ist.

Das war eine zunächst durchaus ungewohnte Rolle für sie, vor allem als damaliger Neuling. Angefreundet mit der Führungsrolle hat sie sich aber rasch, vermutlich "weil ich ein offener Typ bin und das Team im Trainingslager schnell gut kennenlernen konnte", wie sie sagt. Den Erfolg des Männerteams sieht sie als Vorbild für das ebenfalls recht junge Elfenensemble - und sie will alles dafür tun, dass es heute für ihr Team zu einem ganz eigenen Überraschungserfolg kommt.

Quelle: RP
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