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Handball
Elfen wollen wieder Favoritenschreck sein

Leverkusen. In nur vier Tagen empfangen die Leverkusener Handballerinnen das Spitzenduo der Bundesliga. Von Tobias Krell

Allen theoretischen oder mathematischen Möglichkeiten zum Trotz findet das Titelrennen in diesem Jahr ziemlich sicher ohne direkte Leverkusener Beteiligung statt. Nach Abschaffung der Playoffs ist das Führungsduo - der Buxtehuder SV und der Thüringer HC - in der Tabelle der Konkurrenz (nicht nur vom Rhein) wahrscheinlich bereits zu weit enteilt.

Allerdings stehen Bayers Handballerinnen in dieser Woche dennoch im Zentrum der Aufmerksamkeit. Denn die Elfen bekommen es binnen von nur vier Tagen mit gleich beiden heißen Titelkandidaten zu tun. Das knifflige Programm nach der Nationalmannschaftspause beginnt heute mit dem Heimspiel gegen den THC (Anwurf 19.30 Uhr, Smidt-Arena).

In Bad Langensalza bei Erfurt, wo der amtierende Meister beheimatet ist, herrscht durchaus Respekt vor dem Team von Trainer-Managerin Renate Wolf. Coach Herbert Müller und das Umfeld haben nicht vergessen, wie knapp der Hinspielsieg des Favoriten (28:25) ausgefallen ist, gegen welch hochkarätige Gegner die Elfen unmittelbar im Anschluss an die Partie gepunktet haben (Remis gegen Buxtehude, Sieg gegen Leipzig) und dass die Leverkusenerinnen in den zurückliegenden Jahren gerne mal den Favoritenschreck in den Duellen mit dem THC gaben, den sie vorletzte Saison sogar um ein Haar aus den Playoffs geworfen hätten.

Den Tripp nach Leverkusen haben die Thüringer, die im Titelrennen derzeit einen Punkt hinter Buxtehude liegen, auch darum wohl in den Rang eines Schlüsselspiels erhoben. Aus Leverkusener Sicht bietet das Treffen mit dem Liga-Krösus in erster Linie Chancen. Da wäre zunächst die Möglichkeit, im Klassement den Sechsten Oldenburg zu überholen und mit dem Fünften Metzingen wieder gleichzuziehen. Dann die Chance, mit einem erfolgreichen Einstieg in die Restrunde Selbstvertrauen für die verbleibenden Partien zu sammeln. Und nicht zuletzt auch die Gelegenheit, etwas fürs Renommee zu tun, das unter dem schwachen Jahresstart doch etwas gelitten hatte.

Beim THC sind alle Beteiligten etwas nervös, weil mehrere Nationalspielerinnen angeschlagen vom Einsatz bei der Karpaten-Trophy zurückgekehrt sind und Auswahl-Keeperin Jana Krause wegen einer Knieblessur sicher fehlt. Doch was Ausfälle anbelangt, sind die Leverkusenerinnen deutlich schlimmer geplagt, zumal ihre Bank lange nicht so namhaft besetzt ist wie die der Gäste. Im Kollektiv will Wolf die Ausfälle kompensieren. "Wir müssen als Team auftreten, konzentriert, diszipliniert und engagiert spielen. Dann können wir jeden schlagen - erst recht, wenn wir die Zuschauer im Rücken haben", betont die Trainerin. Sie wirbt um Unterstützung durch die Fans gegen Gäste, die selbst wohl einige Anhänger mitbringen werden.

Quelle: RP
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