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Lokalsport
Giants erleben nächstes Desaster

Leverkusen. Die Riesen verloren 64:91 beim bis dahin sieglosen Schlusslicht aus Rhöndorf. Von Sebastian Laule

Ein Wegweiser für die kommenden Wochen sollte die Partie bei den Rhöndorfer Dragons sein: Zwei Punkte für den Klassenerhalt und natürlich Selbstvertrauen sollten im Kellerduell am Drachenfels für die Bayer Giants herausspringen, am Ende gab es ein totales Desaster und die bittere Erkenntnis, dass der Weg der Riesen steil nach unten zeigt. Die Bilanz: 64:91 (36:48) beim bis dahin sieglosen ProA-Schlusslicht, 91 Punkte gegen die schwächste Offensive der Liga.

"Der Einsatz hat gestimmt", betonte Achim Kuczmann, der die achte Saisonniederlage an zwei Faktoren festmachte: "Wir haben nach der Pause nicht so gut verteidigt, da ist Rhöndorf zu oft zu Korblegern gekommen. Außerdem hatten sie eine unglaubliche Dreierquote."

Sterling Tyler (fünf von neun) und Antoine Davis (fünf von sieben) hatten nach bislang eher unauffälligen Leistungen in dieser Spielzeit tatsächlich einen Sahnentag erwischt. Anders als der Trainer gingen die Anhänger der Giants mit der Mannschaft deutlich härter ins Gericht. Von "Bankrotterklärung", "nichtmal ProB-tauglich" und "Abstiegskandidat Nr. 1" war da die Rede, die meiste Kritik richtete sich gegen das US-Quartett.

Dabei waren Ricky Kreklow, Timothy Knipp, James Hulbin und Drew Brandon mit jeweils zweistelliger Punktzahl zumindest statistisch noch die Auffälligsten. Kuczmann: "Brandon hat von allen am meisten versucht, doch wir haben viel zu selten wirklich als Mannschaft funktioniert."

Nicht weniger hart waren die Ergebnisse der Konkurrenz. Nicht nur, dass der Lokalrivale durch den ersten Sieg neue Motivation schöpfen wird, durch Hanaus Heimerfolg gegen Trier stehen die Hessen jetzt zwei Punkte vor den Giants. "Es hilft uns ja auch nicht weiter, aufzuzählen, was gerade alles gegen uns läuft. Wir können uns nur selbst aus unserer Lage befreien, indem wir weitermachen und Spiele gewinnen", sagte Kuczmann. Der 61-Jährige stand mit seiner Mannschaft in den vergangenen Jahren schon häufig nach schlechten Phasen mit einem Bein in der dritten Liga, deshalb sollte ihm noch niemand unterstellen, er flüchte sich in Durchhalteparolen.

Dagegen müssen sich Trainer und Spieler ankreiden, dass es jede Woche die gleichen Dinge sind, die zu Niederlagen führen. Selbst einem Gegner wie Rhöndorf, der eigentlich am Samstag unter noch größerem Druck stand, gelingt es mit einem kurzen Zwischenspurt vor der Pause (11:1), den Giants jedwede Ordnung in Offensive und Defensive zu nehmen. Kuczmann: "Zu viele haben im Moment den Kopf nicht frei." Die Zeit, um die Blockaden zu lösen, ist knapp, nächste Woche kommt Hanau.

Giants: Brandon (12), Twiehoff (5), Kreklow (12), Knipp (13), Heinzmann (6), Kuczmann (4), Hulbin (12), Bich, Behler, Merkens.

Quelle: RP
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