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Giants könnten von Geldsorgen in Essen profitieren

Lokalsport: Giants könnten von Geldsorgen in Essen profitieren
Will aus eigener Kraft die Liga halten: Achim Kuczmann. FOTO: uwe miserius
Leverkusen. Der Basketball-Zweitligist kämpft um den Klassenerhalt. Konkurrent Essen plagen Lizenzprobleme. Von Sebastian Laule und Dorian Audersch

Aus sportlicher Sicht läuft es derzeit alles andere als rund bei den Bayer Giants. Als Vorletzter der 2. Basketball-Bundesliga und nach mittlerweile 17 Niederlagen aus 20 Spielen schwebt das Team von Headcoach Achim Kuczmann in akuter Abstiegsgefahr. Schlechter steht es nur um Schlusslicht Rhöndorf - und nun auch um die Essen Baskets, die nur noch vier Punkte Vorsprung auf Bayer haben. Für die laufende Saison wurden den Essenern vier Punkte vom Konto abgezogen, weil sie gegen Lizenzstatuten verstoßen haben. Die Essener haben finanzielle Schwierigkeiten.

Bis gestern Nachmittag war unklar, ob die Baskets die aktuelle Saison würden zu Ende spielen können. Seit dem Abend steht fest: Die Essener bleiben vorerst Mitglied der ProA. Die Liga hatte ihrem strauchelnden Mitglied eine Frist genehmigt, um einen finanziellen Engpass auszugleichen. Dem Verein ist es gelungen, das Loch im Budget für die aktuelle Spielzeit zu schließen. Das bestätigte gestern der Geschäftsführer der 2. Basketball-Bundesliga, Daniel Müller. Wie es aber nach der Saison mit den Baskets weitergeht, ist offen. Denn: Für die Saison 2016/2017 steht die Lizenzierung noch bevor. Frist ist der 31. März. Ob die Essener aufgrund ihrer finanziellen Schwierigkeiten die nötige Finanzgrundlage schaffen können, ist mindestens fraglich.

Sollte Essen keine Lizenz für die ProA erhalten, dürften sich die Giants sogar im Falle eines sportlichen Abstieges Hoffnungen auf ein erneutes Startrecht in der ProA machen - vorausgesetzt sie bleiben in der Tabelle Vorletzter. Auf finanzielle Sorgen der Konkurrenz wollen sich die Leverkusener freilich nicht verlassen. Achim Kuczmann glaubt trotz der ausbleibenden Erfolgserlebnisse an die Wende. Die mit Abstand beste Saisonleistung habe sein Team gegen Tabellenführer Science City Jena gezeigt, sagt er. Am Ende stand aber die nächste Pleite (77:79). Für eine Mannschaft, der das Wasser nicht nur bis zum Hals, sondern eher bis zur Nasenspitze reicht, kann ein beherzter Auftritt Mutmacher für die noch ausstehenden Spiele sein.

Kuczmann ist davon überzeugt: "Klar, es tut immer noch weh, denn das wären zwei ganz fette Punkte gewesen", sagt der Coach, "aber hier haben alle das Ziel weiterhin fest vor Augen und wir sind bis zum letzten Moment bereit, alles für den Klassenerhalt tun." Gegen den Vierten und den Ersten waren die Riesen insgesamt nur fünf Zähler schlechter. Ein Aufwärtstrend ist erkennbar. Zählbar ist das allerdings nicht.

"Natürlich wird die Chance mit jeder Woche geringer. Wir brauchen nicht nur ein Erfolgserlebnis, sondern eher eine Serie von zwei oder drei Siegen", meint Kuczmann. Nach neun Pleiten in Serie reist der Bayer-Tross morgen zum Dritten nach Kirchheim. Die Schwaben fuhren zuletzt vier Siege ein und haben damit seit Jahresbeginn mehr Spiele gewonnen, als die Giants in der gesamten Spielzeit.

Die Erinnerung an das Hinspiel liefert wenig Grund für Optimismus (53:79). Hinzu kommt die chronische Auswärtsschwäche der Leverkusener: Alle elf Spiele in der Fremde gingen verloren. "Uns hat zuletzt nur etwas Glück gefehlt", gibt sich Kuczmann optimistisch. "Diesmal wird es klappen." Dafür müsse sich die Mannschaft aber genauso in die Spiele reinkämpfen, wie es zuletzt der Fall gewesen sei. "Die Situation ist nicht einfach, aber wir glauben an uns", betont der Headcoach.

Quelle: RP
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