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Dana Wagner
"Gute Strukturen, aber ein Standortproblem"

Dana Wagner: "Gute Strukturen, aber ein Standortproblem"
FOTO: Miserius, Uwe (umi)
Leverkusen. Die 30-Jährige spricht über den Bundesliga-Start des RTHC, ihren Trainer, Umstellungen und Fehler in der Vergangenheit.

Dana Wagner ist ein Urgestein im Verein. Die Spielführerin der Bundesliga-Damen des RTHC spielt seit ihrem fünften Lebensjahr am Kurtekotten und startet morgen in die neuen Hallensaison. Mit ihr sprach RP-Mitarbeiter Tobias Knüfermann.

Frau Wagner, zum Auftakt der Hallen-Bundesliga stehen gleich zwei Partien auf dem Programm. Wie laufen die Vorbereitungen?

Wagner: Wir sind auf einem guten Weg. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon mal so eine lange Vorbereitungszeit hatten. Nach der Spielzeit auf dem Feld haben wir nach einer zweiwöchigen Pause zwei Wochen die Athletik trainiert, mittlerweile arbeiten wir schon seit fünf Wochen in der Halle.

Einige Ihrer Gegner, die auch auf dem Feld Bundesliga spielen, hatten nur knapp vier Wochen Zeit für die Umstellung vom Feld in die Halle. Das ist doch ein klarer Vorteil.

Wagner Mit Sicherheit hatten wir mehr Zeit, aber die Spitzenteams sind alle routiniert und so stark, dass sie sich schnell auf die Halle einstellen können. Ein echter Vorteil ist das in meinen Augen nicht.

Zum Start geht es morgen direkt auswärts zum Deutschen Meister Düsseldorfer HC, ehe es am Sonntag zu Hause gegen den Crefelder HTC sicher einfacher wird. Hätten Sie es sich nicht lieber anders herum gewünscht?

Wagner: Nein, das empfinde ich sogar als besser. Im ersten Spiel muss man erst einmal in die Saison reinkommen. Gegen Düsseldorf haben wir nichts zu verlieren. Gegen Crefeld müssen wir unbedingt gewinnen. Das ist direkt ein echtes Big-Point-Spiel. Sowieso müssen wir sofort hellwach und präsent sein. Die Hallensaison ist kürzer denn je. Bis Mitte Januar spielen wir an fünf Wochenenden jeweils Doppelspieltage. Dann ist das Hallenspektakel schon wieder vorüber.

Was haben Sie sich mit der Mannschaft als Saisonziel gesetzt?

Wagner Es geht für uns um den Klassenerhalt. Wir spielen in einer Sechsergruppe, wobei der Letztplatzierte absteigt. Kompakter und straffer geht es kaum. Der Düsseldorfer HC, Uhlenhorst Mülheim und Rot-Weiß Köln spielen für mich vorne in einer eigenen Liga. Dahinter kommen der ETuF Essen, der Crefelder HTC und der RTHC. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gut genug sind, um Platz vier zu erreichen. Dafür dürfen wir uns aber in den wichtigen Spielen keine Ausrutscher erlauben.

Mit Anna Linden steht die Stammtorhüterin der vergangenen Jahre nicht mehr zur Verfügung. Sie war immer eine große Stütze.

Wagner Zum Glück konnten wir mit Jule Hänel einen guten Ersatz verpflichten. Sie hat zuletzt beim HC Velbert und davor beim Bonner THV ihre Klasse unter Beweis gestellt. Mit der 17-jährigen Luise Schuba haben wir noch eine weitere talentierte Ersatztorhüterin im Kader. Sowieso empfinde ich die Mannschaft als sehr homogen und ausgeglichen.

Für Trainer Volker Fried ist es die erste Saison unter dem RTHC-Hallendach. Hat er Veränderungen vorgenommen?

Wagner: Jeder Trainer hat seine eigenen Ansichten und Taktiken und bringt somit immer frischen Wind rein. Allerdings hat Volker uns auch nicht neu empfunden. Unsere Spielweise wird nah an der aus dem letzten Jahr sein. Und da lief es mit Platz vier ja ziemlich gut. Eine Veränderung hat er aber schon vorgenommen und Nora Sonneborn von der Abwehr in den Sturm umfunktioniert. Das war für uns alle komisch, aber klappt richtig gut.

Die Damen des RTHC gehörten in den 80er Jahren zur nationalen Spitze. Kann man sich noch einmal höhere Ziele setzen?

Wagner Leider wurde sich seinerzeit auf den vielen Erfolgen ausgeruht und viel versäumt. Die anderen Vereine haben aufgeholt und sind an uns vorbeigezogen. Mittlerweile sind wir aber wieder auf einem guten Weg, haben gute Strukturen und vor allem eine tolle Anlage. Was bleibt, ist aber die Tatsache, dass wir ein ganz klares Standortproblem haben. Ohne Auto kommt man nur ganz schlecht zu uns. Zudem haben wir mit Köln und Düsseldorf zwei Hockeystädte gleich um die Ecke. Da passiert es immer wieder, dass unsere Talente, noch bevor sie für die Damen spielberechtigt sind, zu anderen Vereinen wechseln.

Quelle: RP
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