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Lokalsport
"Ich bin keiner, der einfach abhaut"

Leverkusen. Flügelspieler Admir Mehmedi spielte in der Rückrunde der vergangenen Saison kaum noch eine Rolle - trotz guter Hinrunde. Nach etwaigen Transfergerüchten sieht es nun so aus, als wolle er den Konkurrenzkampf in der Werkself annehmen. Von Jim Decker

Admir Mehmedi sieht verschwitzt und abgekämpft aus. Trotzdem lächelt der Schweizer nach dem gestrigen Training entspannt und sagt: "Nach vier Wochen Urlaub tut die Abwechslung gut." Dabei dürfte der ausgiebige Urlaub gerade recht gekommen sein. Nach einer oft einsatzfreien Rückrunde und einer mäßigen EM (drei Mal ausgewechselt, ein Tor) galt der Schweizer Stürmer als Verkaufskandidat. Die Verpflichtung von Kevin Volland sorgt für zusätzliche Konkurrenz. Doch Mehmedi gibt sich kämpferisch. "Ich bin keiner, der einfach abhaut", betont er.

Spurlos ging die Degradierung nach dem 25. Spieltag aber nicht an ihm vorbei. Trainer Roger Schmidt hatte von da an weitgehend auf andere Spieler gesetzt und den 25-Jährigen sogar zwischenzeitlich aus dem Kader gestrichen. "Natürlich macht man sich Gedanken", meint der Nationalspieler. Schmidt habe in einem persönlichen Gespräch zum Ende der Saison betont, dass er "unglücklich" mit seiner Entwicklung und dem Verlauf der Rückrunde gewesen sei.

Doch zuletzt schlug Schmidt versöhnlichere Töne an. "Er hat ja in der Hinrunde gezeigt, wie wichtig er für uns sein kann - und dass unser Spiel ihm liegt." Man könne durchaus "zuversichtlich" sein. Schmidt: "Gegen einen hochmotivierten Admir Mehmedi habe ich natürlich überhaupt nichts. Im Gegenteil." Ähnlich sich es Mehmedi selbst: "Klar, die Konkurrenz ist riesig, aber das kann für uns nur ein Vorteil sein. Für mich ist es jetzt wichtig, wieder fit zu werden." Er habe in der Vorrunde gezeigt, wozu er fähig sei. Da erzielte er noch sieben Pflichtspieltore und legte fünf auf. Eine gute Bilanz.

In der kommenden Saison stehen seine Chancen auf dem linken Flügel am besten. Rechts ist Nationalspieler Karim Bellarabi gesetzt. Gleiches gilt für Chicharito in der Sturmspitze. Dahinter empfahl sich zuletzt Volland. Links kommen bisher mit Levin Öztunali, Hakan Calhanoglu, Julian Brandt und eben Mehmedi vier Akteure in Frage. "Ich bin flexibel", betont der Schweizer und verrät seine bevorzuge Position: "Wenn ich es mir aussuchen könnte, würde ich hinter der Spitze spielen." Das scheint nicht komplett ausgeschlossen. Fast alle Offensivspieler sind im Angriffsspiel vielseitig einsetzbar. Eine Stärke, die Schmidt mehr Flexibilität verschafft - und Mehmedi Spielzeit? "Ich denke schon, dass ich bleibe," sagt er schlicht.

Der Kader jedenfalls ist nun fast komplett. Gestern kehrten auch der kroatische EM-Achtelfinalist Tin Jedvaj und U 19-EM-Fahrer Benjamin Henrichs ins Mannschaftstraining zurück. "Es ist schön, dass sich der Kader füllt", meint Schmidt. Charles Aránguiz landete am Sonntag in Deutschland. Den Leistungscheck wird er im anstehenden Trainingslager machen. Das beginnt am Donnerstag im österreichischen Zell am See. Dann kehren auch die deutschen Nationalspieler Jonathan Tah und Bernd Leno zurück.

Quelle: RP
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