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Lokalsport
Knaaks Tor erlöst Bayers Fußballerinnen im Derby

Leverkusen. Gegen Borussia Mönchengladbach sah es erst nach einer Niederlage aus - doch dann kam Bayer 04 zurück. Von Tobias Krell

Bislang mussten sich Bayers Fußballerinnen nach ihren Heimspielen in der noch halbwegs jungen Saison stets vorwerfen lassen, sich etwas zu sehr auf Dramen mit tragischem Ausgang festzulegen. Es sah auch beim Niederrhein-Duell gegen Borussia Mönchengladbach lange danach aus. Doch mit Konzentration, Nervenstärke und Geduld schrieb das Team von Coach Thomas Obliers das Drehbuch um. Sie verzückten das Publikum mit einem Genrewechsel hin zum packenden Thriller - mit Happy End. Die Nachspielzeit lief bereits als Rebecca Knaak zur Stelle war, und einen Abpraller zum 2:1-Siegtreffer verwandelte.

"Wir haben immer an uns geglaubt. Das spricht für den Charakter dieser Mannschaft", sagte Obliers. Die Erleichterung war ihm nach über 90 Minuten Hochspannung deutlich anzumerken - aus gutem Grund: Lange Zeit folgte die Begegnung dem gewohnten Muster. Bayer spielte wie schon gegen Jena, München und Hoffenheim gut und war zeitweise sogar drückend überlegen. Ein Tor gelang den Leverkusenerinnen aber nicht. Dafür mussten sie hingegen wieder einen unglücklichen Gegentreffer hinnehmen. In der 65. Minute stellte Kelly Simons mit ihrem Tor für die Gäste den Spielverlauf auf den Kopf. "Es war schon beinahe kurios. Wir konnten unsere spielerische Überlegenhei erneut nicht in Tore umwandeln - und Mönchengladbach ging mit der allerersten Torchance gleich in Führung", fasste Obliers das Geschehen bis dahin zusammen.

Mit dem Rückstand legte das Nachbarschaftsduell an Fahrt zu. Bayer 04 wollte sich nicht mit einer weiteren Niederlage abfinden - ohne dabei im Anrennen die Kontrolle zu verlieren. Ein wenig Glück war aber doch notwendig, um die Begegnung zu drehen. Ehe Knaak nach einem Abpraller vollendete, bereitete Ramona Petzelberger mit einem scharf getretenen Freistoß den Ausgleich vor - der nach mehreren Berührungen als Eigentor von Anne Birbaum gewertet wurde (77.). Mit dem zweiten Saisonerfolg - und dem ersten vor eigenem Publikum - haben Obliers und seine Schützlinge sich nun ein wenig Luft im Abstiegskampf verschafft.

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt nicht. Morgen geht es bereits weiter. Dann müssen die Leverkusenerinnen beim 1. FFC Frankfurt antreten (13 Uhr, Stadion am Brentanobad). Die Hessinnen sind klarer Favorit. Allerdings hat der Sieg unter der Woche Bayer Selbstvertrauen gegeben. Die Situation wäre ebenfalls wie gemacht für ein filmreifes Märchen, in dem der krasse Außenseiter heldenhaft kämpft - und am Ende den Sieg feiern kann. Der nun thrillererprobte Coach Thomas Obliers hätte sicher nichts dagegen.

Quelle: RP
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