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Lokalsport
Knipp und die Giants - das passte einfach nicht

Leverkusen. Der US-Boy verlässt nach nur knapp 150 Tagen den Basketball-Zweitligisten wieder. Mit ihm auch Nicklas Behler. Beide stehen morgen in Jena bereits nicht mehr im Kader. Von Sebastian Laule

Die Quoten für einen Sieg der Bayer Giants beim Tabellenführer Science City Jena sind schon zu Wochenbeginn nicht durch die Decke geschossen. Seit gestern sind sie, passend zur Tabellensituation der Riesen vom Rhein, noch tiefer im Keller. Da gab der Verein bekannt, dass der Vertrag mit Timmy Knipp aus persönlichen Gründen mit sofortiger Wirkung aufgelöst wird.

Achim Kuczmann brachte den Power Forward am frühen Morgen zum Flughafen mit Ziel USA, der Coach der Giants sagte, dass für den Abschied des 23-Jährigen keine sportlichen Gründe verantwortlich wären: "Timmy hat sich bei uns nie so richtig wohlgefühlt. Er hatte eben Heimweh, und unter solchen Voraussetzungen kann ein Spieler dauerhaft nicht seine Bestform abrufen. Deshalb haben wir seinem Wunsch entsprochen und die Zusammenarbeit beendet."

Knipp war mit 11,6 Punkten im Schnitt Topscorer der Riesen. Der Verein muss nun so schnell wie möglich adäquaten Ersatz finden. Zu diesem Zeitpunkt der Saison allerdings kein leichtes Unterfangen. Kuczmann rechnet mit arbeitsintensiven Tagen: "Wir brauchen schließlich auch einen Spielertyp, der uns sofort weiterbringt, im Idealfall können wir da nächste Woche Vollzug melden, aber dafür gibt es keine Garantie."

Ebenfalls nicht mehr im Kader steht Nicklas Behler. Der 19-Jährige kam in den bisherigen zwölf Saisonspielen nur zu sieben Einsätzen und war mit seiner Situation unzufrieden. "Wir haben Nicklas die Chance gegeben, direkt aus der NBBL in den ProA-Kader aufzusteigen. Leider ist er hier nicht richtig mit der Rollenverteilung innerhalb der Mannschaft zurechtgekommen - wir hätten ihn gerne behalten", kommentiert Kuczmann den Abgang des Eigengewächses.

Inwieweit die personellen Veränderungen die Vorbereitung auf die morgige Partie beim Spitzenreiter stören, wird sich bis heute Abend geklärt haben. "Wir müssen einfach mal irgendwo einen Sieg stehlen, wie anderen Teams das auch gelingt", hat Achim Kuczmann unlängst verlauten lassen.

Ein Überraschungscoup stünde den Riesen gut zu Gesicht, allerdings ist die Sparkassen-Arena in Jena, wo es heute hingeht, kein gutes Pflaster für Diebe. Die Heimfestung des Tabellenführers konnte in dieser Spielzeit bislang niemand knacken, überhaupt hat Jena bislang erst eines seiner zwölf Saisonspiele verloren, wenn auch ausgerechnet das Derby in Gotha.

"Diese beiden Punkte haben wir vor der Saison nicht eingeplant, aber eine Chance hat man immer - und wir glauben an unsere", meint Kuczmann.

Dass seine Mannschaft bei ihren ersten sechs Auswärtstouren nur mit Niederlagen im Gepäck nach Hause kam, ficht ihn dabei nicht sonderlich an: "Natürlich ist Jena der große Favorit, nicht nur gegen uns, das ist eben eine andere Art von Druck. Bislang kommen sie damit gut klar, aber auch für Jena gibt es gegen uns keine eingebaute Erfolgsgarantie."

Quelle: RP
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