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Lokalsport
Koubaa legt Gesundheits-Pause ein

Leverkusen. "Diese Saison gehört meiner Gesundheit..." - so beginnt eine Mitteilung, die Olympia-Teilnehmerin Sanaa Koubaa-Schretzmair über die sozialen Netzwerke verbreitet hat. Die Hindernisläuferin, die sich in Rio de Janeiro (Brasilien) auf 9:35,15 Minuten steigern konnte und im Vorjahr DM-Dritte war, steht vor einem schweren chirurgischen Eingriff. Der Grund: Sie ist genetisch vorbelastet und gehört zu den Risikogruppen für Krebs.

Bei der Athletin wurde eine Genveränderung diagnostiziert, die sie besonders anfällig für Brustkrebs macht. Erblich bedingt ist ihr Tumorrisiko massiv erhöht. Mutter und Tante der 32-Jährigen starben mit Mitte 30 an Krebs, die Cousine und eine Schwester sind nunmehr daran erkrankt. Die Wahrscheinlichkeit, selber an Krebs zu erkranken liegt bei 86 Prozent, wie Untersuchungen ergaben. "Ich habe die Uhr ticken hören und mich dazu entschlossen, nicht zu warten, keine Zeit zu vergeuden, sondern zu handeln und mich behandeln zu lassen", sagt die Pädagogin, die in Vollzeit an einer Berufsschule in Gummersbach beschäftigt ist.

Sie entschied sich zu einer Operation. Der Eingriff erfolgt im August. "Vier Wochen werde ich vollkommen außer Gefecht sein", erzählt die Leichtathletin mit marokkanischen Wurzeln. Die Alternative, sich am Zentrum für familiären Brust- und Eierstockkrebs der Universität Köln halbjährlichen Früherkennungstests und engmaschigen Kontrolluntersuchungen zu unterziehen, lehnte sie ab: "Am meisten belastet hat mich die Ungewissheit. Das Warten auf Untersuchungsergebnisse hat mich psychisch stark mitgenommen", sagt sie.

(dora)
 
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