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Lokalsport
Kuczmann: "Draufhauen bringt keinen weiter"

Leverkusen. Der Trainer der Bayer Giants behält nach sieben Niederlagen die Ruhe. Beim punktlosen Schlusslicht Rhöndorf sollen nun weitere Punkte eingefahren werden.

"Es gibt keine leichten Gegner für uns" - diesen Satz bemüht Achim Kuczmann gebetsmühlenartig vor beinahe jedem Spiel. Es ist eine Mischung aus Bescheidenheit und Realitätssinn, die den Trainer der Bayer Giants in seinem Mantra bestärkt. Der 61-Jährige will sein Team, zumindest nach außen, nicht unnötig und zusätzlich unter Druck setzen, denn davon spüren die Spieler des Tabellenvorletzten in der Pro A wahrlich genug.

Nach den Saisonniederlagen sechs und sieben fielen die Leverkusener erstmals auf einen Abstiegsrang zurück, allerdings punktgleich mit dem davor liegenden Aufsteiger Hanau. "Für uns geht es wie in den vergangenen beiden Jahren nur darum, die Liga zu halten", betont Kuczmann. "Natürlich war das letzte Wochenende bitter, aber wir standen auch schon mal deutlich schlechter nach neun Spielen da." Der Coach zeigt Verständnis dafür, dass seine Spieler angesichts der zuletzt schlechten Ergebnisse frustriert sind: "Alle machen Fehler, aber draufhauen bringt keinen weiter. Wir sind nicht betriebsblind, aber es gibt auch genug gute Ansätze, an denen wir uns hochziehen können."

Die Moral ist intakt, auch als das Spiel in Essen im letzten Viertel faktisch verloren war, ließen sich die Spieler nicht hängen, sondern verkürzten den Rückstand von über 20 Punkten auf neun. Psychologisch und für den direkten Vergleich kann das noch wichtig sein. Die US-Boys haben sich alle endgültig an die ProA gewöhnt. Mit Ausnahme des Kirchheim-Spiels scheint auch die Offensive insgesamt auf Touren zu kommen. Das alles bleibt aber nur schmückendes Beiwerk, wenn der Punktestand weiter bei vier Zählern bleibt. Ob die Dragons Rhöndorf ein "leichter Gegner" sind, werden die Giants spätestens morgen Abend gegen 21 Uhr wissen, wenn die Partie beim Lokalrivalen beendet ist. Auch wenn sich Kuczmann erneut nicht zu einer allzu forschen Prognose hinreißen lässt - das Duell am Drachenfels ist für Bayer ein absolutes Muss-Spiel. Wer beim punktlosen Schlusslicht nichts Zählbares mitnimmt, kann schwer Ansprüche auf ein viertes Jahr ProA stellen. "Natürlich gibt es schwerere Gegner in der Liga, aber eine Mannschaft, die zuhause spielt und noch kein Spiel gewonnen hat, ist eben auch richtig gefährlich."

Die Dringlichkeit eines Erfolgserlebnisses ist aber allen Riesen bewusst. Kuczmann: "Wir werden alles geben, um in Rhöndorf zu gewinnen. Aber selbst wenn das nicht gelingen sollte, bleiben noch mehr als 20 Spiele."

(sl)
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