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Kommentar
Kurs halten oder auf zu neuen Ufern?

Leverkusen. Klar: Der Jubel ist groß nach dem Titelgewinn der Leichlinger Handballer. Es war eine grandiose Saison, in der es bis auf ein kleines Tief im Februar im Grunde kaum Anlass zu Kritik gab. Vielleicht war die Mini-Krise gar der entscheidende Faktor, der das Team zusammenwachsen und auftrumpfen ließ. Dass der LTV am kommenden Wochenende die 1000-Tore-Marke in dieser Saison knacken könnte, spricht Bände. Nach dem Aufeinandertreffen mit dem VfL Fredenbeck, das nun sportlich eher Makulatur ist, steht der Meister allerdings vor einem Umbruch.

Die Abgänge von Joshua Reuland und Kevin-Christopher Brüren sind bereits seit längerem bekannt. Seit dem Wochenende steht außerdem fest, dass André Kirfel und Florian Goerigk den Verein verlassen werden. Henning Padeken geht zudem vorerst ins Ausland. Wer sonst noch gehen und kommen könnte, steht in den Sternen. Auf die Verantwortlichen kommt also in den kommenden Wochen eine Menge Arbeit zu, wenn sie die Abgänge gleichwertig ersetzen wollen.

Das Ziel sollte sein, auch in der kommenden Saison in der Spitzengruppe der dritten Liga mitzuspielen. Beim Werben um neue Spieler ist der Meistertitel sicherlich ein gutes Argument. Erfolg macht immer attraktiv. Dass der LTV den sportlich erreichten Aufstieg aus finanziellen Gründen nicht antreten kann und will, ist hingegen eher hinderlich für ambitionierte und ehrgeizige Akteure, die mehr erreichen wollen.

In der Saison 2007/2008 war der LTV als Meister der Regionalliga West in einer ähnlichen Situation - und wagte den Sprung in die zweite Liga. In der ersten Saison gelang der Klassenerhalt denkbar knapp. Im zweiten Jahr folgte jedoch der sang- und klanglose Abstieg. Die Erfahrungen, die man in Leichlingen in der zweithöchsten Spielklasse gesammelt hat, sind nicht unbedingt positiv. Insofern ist es verständlich, dieses Risiko nicht erneut eingehen zu wollen - schon gar nicht mit der langen Liste an Abgängen und den fehlenden finanziellen Mitteln. Trotzdem sollte es für einen ambitionierten Klub das Ziel sein, in der Klasse zu spielen, für die man sich sportlich qualifiziert hat. Das ist zwar ein finanzieller Kraftakt, der ohne weitere Sponsoren nicht gelingen kann, aber auch keine unlösbare Aufgabe. So oder so war es eine spektakuläre Spielzeit der "Pirates", die nächste Saison womöglich zu neuen Ufern aufbrechen, zumindest aber den Kurs halten sollten. (dora)

Quelle: RP
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