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Lokalsport
Lernen von einem Champion

Leverkusen. Der 39-jährige Bekim Hoxhaj gründete vor eineinhalb Jahren einen Boxverein für den Breiten- und Leistungssport in Opladen. Eines seiner größten Talente, Sebastian Deda, trainiert er aber nicht mehr. Von Tobias Brücker

Sebastian Deda ist jung, hungrig und erfolgreich. Gerade erst ins Profiboxgeschäft eingestiegen, konnte der Monheimer seine ersten drei Kämpfe auf diesem Niveau alle gewinnen. Die Karriere des 26-Jährigen geht steil nach oben - auf einen wichtigen Baustein kann er dabei allerdings jetzt nicht mehr setzen: seinen Trainer Bekim Hoxhaj.

"Er hat alles, was ein guter Boxer braucht", sagt der 39-Jährige, "und das sind im Grunde zwei Dinge: Herz und Ehrgeiz - in Verbindung mit den körperlichen Fähigkeiten, die man erlernen kann." Dass Hoxhaj weiß, wovon er spricht, ist zu spüren. Nicht umsonst konnte er 2009 die Europameisterschaft im Thaiboxen gewinnen. Nun also führt er hoffnungsvolle Talente, Kinder, Jugendliche und Frauen ans Boxen heran - und eben Sebastian Deda ins Profitum. Aufgrund von Disziplinlosigkeiten und Sonderwünschen des jungen Boxers trennten sich jetzt jedoch vor kurzem die Wege der beiden. "Du kannst Talent, Technik, und eine gute Ausbildung haben. Ohne Disziplin halten alle diese Steine nicht zusammen und die Mauer kippt. Da bin ich sehr streng", erklärt Hoxhaj, der mit elf Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland kam und dem eines besonders wichtig ist: "Wir sind im Guten auseinander gegangen. Es war absolut sportlich." Zunächst sei es zwar durchaus möglich gewesen nach der dreiwöchigen Denkpause, die der Trainer seinem Schützling auferlegte, wieder zusammenzukommen, das allerdings lehnte Hoxhaj nun ab.

Während Deda im Superweltergewicht (bis 69,9 Kilogramm) in Deutschland auf Platz 22 von 42, und in Europa auf Rang 737 von 1569 geführt wird, hat sein ehemaliger Coach ab sofort Zeit, sich noch intensiver um die Mitglieder seines eigenen Vereins zu kümmern, den er im Februar letzten Jahres gründete.

"No Limit Boxing" ist in Opladen beheimatet. Der kleine, aber durchaus feine Trainingsraum, der in naher Zukunft erweitert werden soll, befindet sich im Fitnessstudio Sporting Club an der Düsseldorfer Straße. Beim Betreten des Raums wird auch der Nase schnell eines klar: hier wird hart gearbeitet. Das, so betont Hoxhaj, aber keineswegs nur im Bereich Leistungssport. Unter den mittlerweile 180 Mitgliedern befinden sich so auch rund 60 Kinder und 45 Frauen, die sich in erster Linie austoben beziehungsweise ihre Fitness verbessern wollen.

"Es geht nicht darum, den Kindern das Prügeln zu lehren. Viel mehr lernen sie Koordination, Ausdauer, Disziplin und einen gesunden Respekt zueinander", sagt Hoxhaj. Niemand, der kein Sparring wolle, müsse dies tun. In erster Linie ginge es in seinem Verein ums Fitnessboxen und den Breitensport, nicht etwa um einen reinen Leistungsgedanken.

Und sollte sich während der Trainings doch eine außerordentliche Begabung herauskristallisieren: Hoxhaj weiß ja, wie Erfolg im Profibereich funktioniert. Mit Professor Doktor Michael Kunz steht in jedem Fall immer jemand bereit, der eine professionelle Leistungsdia-gnostik beim nächsten Klitschko - dann nicht aus der Ukraine, sondern aus Leverkusen - durchführen kann.

Quelle: RP
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