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Lokalsport
Leverkusens Weltmeister fehlen bei der Sportlerwahl

Leverkusen. Weil der Deutsche Behindertensport-Verband die Deadline bereits Mitte Oktober zog, werden die WM-Erfolge dieses Jahr nicht berücksichtigt. Das trifft beim TSV auf Unverständnis. Von Stefanie Sandmeier

Ab morgen geht die Wahl der Behindertensportler des Jahres in die entscheidende Phase. Der Deutsche Behindertensport-Verband (DBS) ruft dazu auf, im Internet bis zum 22. November in den jeweiligen Kategorien abzustimmen. Gesucht werden die Sportler, Sportlerinnen und die Mannschaft 2015.

Dieses Sportjahr endet für den DBS allerdings bereits Mitte Oktober - was erklärt, warum beispielsweise die erfolgreichen Leichtathleten des TSV Bayer überhaupt nicht unter den Nominierten auftauchen.

Die Tatsache, dass man die bis Ende Oktober andauernde WM - den Saisonhöhepunkt der Leichtathleten - nicht noch abwarten konnte, stößt in Leverkusen auf Unverständnis.

Immerhin: Das neunköpfige Team des TSV bildete bei den Weltmeisterschaften, die vom 22. bis 31. Oktober in Doha stattfanden, das Herzstück der deutschen Mannschaft. Neun der 24 Medaillen gingen nach Leverkusen - darunter waren vier Mal Gold, vier Mal Silber und einmal Bronze; und überdies zwei Weltrekorde, drei Europarekorde, zwei deutsche Rekorde und drei persönliche Bestleistungen. Der eine oder andere hätte es sicher auf die Vorschlagsliste geschafft.

"Für die Athleten tut es mir leid. Sie betreiben einen enormen Aufwand für ihren Sport. Dass ihre Leistung auf dieser - immerhin nationalen - Ebene nicht honoriert wird, ist ärgerlich", sagte Jörg Frischmann, Geschäftsführer der TSV-Behindertensport-Abteilung.

Markus Rehm findet es "schade. Das ist eine schöne Auszeichnung, die unabhängig vom Ausgang die Erfolge noch einmal würdigt", erklärte der Doppel-Weltmeister. "Aber der Verband hat seine Kriterien, das muss man akzeptieren."

Auf Nachfrage der RP beim DBS erklärte eine Sprecherin, dass dieser "lange Wahlprozess einen gewissen Vorlauf brauche. Das tut uns auch leid, aber die Sportler werden dann für das nächste Jahr berücksichtigt".

Der Modus sieht vor, dass die Gewinner in zwei Wahlgängen ermittelt werden. Dabei benennen Sportjournalisten zunächst ihre Favoriten aus den vom DBS vorgeschlagenen 15 Einzelsportlern und neun Teams. Heraus kommen je Kategorie drei Favoriten, die öffentlich zur Wahl stehen (ab morgen). Die Ehrung findet am 28. November statt.

Bei den Frauen sind das Andrea Eskau (Ski nordisch/Radsport), Anna Schaffelhuber (Ski alpin) und Denise Schindler (Radsport). Bei den Männern Thomas Brüchle (Tischtennis), Georg Kreiter (Ski alpin) und Martin Schulz (Paratriathlon). Immerhin haben es die sechs Leverkusener Sitzvolleyballer, die mit Deutschland EM-Silber gewannen, auf die Liste der nominierten Teams geschafft. Die TSV-Leichtathleten müssen hoffen, im nächsten Jahr dabei zu sein. 2016 aber stehen in Rio die Paralympics an. Ob sich dann noch jemand an die WM aus dem Vorjahr erinnert?

Quelle: RP
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