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Turnen: Lokalsport
Spektakuläre Flugelemente oder Akrobatik wie hier aus dem Vorjahr werden die Zuschauer auch bei der 40. Auflage zu sehen bekommen. FOTO: schwall
Leverkusen. Am Samstag findet zum 40. Mal in Folge der Leverkusen-Cup des Turn-Club 72 statt. Es ist das bundesweit älteste internationale Turnier im weiblichen Geräteturnen (olympisch). Die prominenteste Teilnehmerin ist Oksana Chusovitina. Von Stefanie Sandmeier

Gabriele Pfeffer hat in der Vorbereitung noch einmal die Archive durchforstet. Die Zahl 40, sagt sie, "hat für mich in diesem Jahr einen besonderen Wert". Zum insgesamt 40. Mal in Folge richtet der Turn-Club 72 seinen international besetzten Leverkusen-Cup aus - ein Mannschaftswettkampf mit integrierter Einzelwertung.

Schon alleine das ist für den Verein ein Grund zum Feiern. Doch auch für Pfeffer jährt sich der Wettbewerb zum 40. Mal: So war Pfeffer, seit mehr als zehn Jahren Vorsitzende, wie beinahe der gesamte Vorstand an jedem Wettkampf beteiligt.

Nachdem Dieter Schulz und seine Frau Ingrid seinerzeit die Veranstaltung ins Leben gerufen hatten, mischte Pfeffer bei der Premiere 1976 bereits "als kleine Fahnen- und Schilderträgerin mit", erinnert sich die heute 49-Jährige. Von 1978 bis 1982 turnte sie sogar selbst mit und vertrat die deutschen Farben direkt vor ihrer Haustür. Noch heute schwärmt sie von diesen Erlebnissen. "Was einem als Turner so den Atem raubt, ist dieses Publikum", sagt Pfeffer, "das über all die Jahre ein sehr fachkundiges und faires war". Inzwischen haben sich die Zuschauerzahlen bei rund 1000 eingependelt. Präsent ist Pfeffer noch heute die Veranstaltung 1978, als eine japanische Schülerauswahl für derartigen Andrang sorgte, dass die Feuerwehr die Türen nach 5000 Besuchern schließen musste.

Ausgangspunkt des Leverkusen-Cups waren Vorläufer-Wettkämpfe in den Jahren 1973 bis 1975, die der Verein nach seiner Gründung ausrichtete. Die ersten beiden fanden noch im großen Saal des Forums statt. Am 16. März 1975 wurde dann in die heutige Wilhelm-Dopatka-Halle (damals Rundsporthalle) geladen, ehe der TC am 2. Oktober 1976 erstmals den internationalen Kunstturnwettkampf unter dem heutigen Namen veranstaltete. Seitdem haben rund 96 Vereine aus 41 Nationen teilgenommen - die Sieger aus der ganzen Welt hervorbrachten. Viele tausend Kilometer hat der Wanderpokal in den vergangenen vier Jahrzehnten bereits zurückgelegt, den Gewinner aus China, Brasilien, Südafrika oder auch aus den USA für ein Jahr mit nach Hause nehmen durften. Für manch eine Turnerin begann im Anschluss eine erfolgreiche Karriere. Pfeffer erinnert etwa an die zweifache Siegerin Diana Dudewa aus Bulgarien, die später die Olympische Bronzemedaille gewann.

Dass sich diese Veranstaltung über viele Jahre etabliert hat und in der Turnszene so einen guten Ruf genießt, sei nur möglich, gleubt Pfeffer, "weil wir ein gewachsenes Team von Leuten sind, die mit Herzblut dabei sind. Wir sind eingespielt und haben alle Spaß an dem, was wir tun. Nichtsdestotrotz ist es für einen vergleichsweise kleinen Verein wie unseren jedes Jahr eine Herausforderung, eine Veranstaltung dieser Größe zu stemmen."

Diesmal freuen sich die Veranstalter besonders auf Oksana Chusovitina. Die hat ihre große Karriere zwar bereits hinter sich, mischt mit ihren 40 Jahren aber noch immer in der Szene mit. Die Liste an Titeln und Medaillen der Sportlerin ist lang, die unter anderem Olympiasiegerin und Weltmeisterin war und für Deutschland 2008 in Peking Silber im Sprung gewann. Inzwischen startet sie wieder für ihr Heimatland Usbekistan. Zu sehen in der Smidt-Arena sind ab 17 Uhr außerdem Turnerinnen aus Deutschland, Belgien, Südafrika, England, Slowenien und den Niederlanden.

Eintritt: Erwachsene 12 Euro, Kinder bis einschließlich sechs Jahren sind frei; Einlass ist ab 15.30 Uhr.

Quelle: RP
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