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Lorenzet: Analyst und Einpeitscher

Lokalsport: Lorenzet: Analyst und Einpeitscher
Da geht's lang: Frank Lorenzet taktet den Trainingsplan seiner Mannschaft minuziös durch. Montags und dienstags arbeiten die Leichlinger vor allen Dingen an sich selbst, während donnerstags und freitags die Gegnervorbereitung eingeplant ist. FOTO: Uwe Miserius
Leichlingen. Ob Videoschulung, Athletikeinheiten oder Zweikampftraining. Der Coach des Leichlinger TV hat genaue Vorstellungen, wie er sein Team auf den nächsten Gegner einstellt. Heute Abend ist der Handball-Drittligist beim TuS Volmetal gefordert. Von Moritz Löhr

Die Atmosphäre ist ruhig, die Blicke der Spieler sind auf die große Leinwand gerichtet. Beim Handball-Drittligisten Leichlinger TV steht die Videoanalyse auf dem Programm. Einzelne Szenen des jüngsten Erfolges gegen den Soester TV werden genau unter die Lupe genommen. Viel gesprochen wird nicht in der Cremer-Lounge, die direkt neben der Heimspielstätte des LTV liegt. Ab und an durchbricht Trainer-Manager Frank Lorenzet mit Hinweisen die Stille. "Wenn ich den Spielern die Szenen immer wieder zeige, haben sie es irgendwann verinnerlicht", sagt er anschließend, "manche Dinge noch einmal zu sehen, kann eine Menge bringen."

Maximal 45 Minuten dauern die Videoeinheiten, die nach jedem Spiel absolutes Pflichtprogramm sind. "Ich könnte natürlich mehr zeigen, aber das würde keinen Sinn ergeben. Irgendwann lassen die Spieler auch mental nach", meint Lorenzet. Der Coach hatte seinen Jungs nach dem Heimsieg gegen Soest den Montag freigegeben, sodass die Vorbereitung auf das kommende Spiel erst am Dienstag begann. Heute Abend treten die Leichlinger bereits beim TuS Volmetal (20 Uhr) an.

Die Trainingseinheiten während der Saison sind in der Regel nach dem selben Muster gestrickt, zugleich aber nie identisch. Montags und dienstags arbeiten die Leichlinger vor allen Dingen an sich selbst, während donnerstags und freitags die Vorbereitung auf den Gegner eingeplant ist.

Nach der Videoanalyse schickt "Lori" seine Jungs in die Halle. Nach dem Warmmachen wird besonders im physischen Bereich gearbeitet - zu Beginn der Woche am meisten. "Die Belastung lässt im Laufe der Woche natürlich nach", erklärt Lorenzet mit Blick auf die Spiele am Wochenende. Das Training ohne Ball übernimmt dann Athletik-Coach Kay Arand. Er hat bereits alle Geräte und Stationen für einen Zirkel aufgebaut. Schnell wird klar: Die Abläufe sind rundum professionalisiert.

Prinzipiell möchte man in Leichlingen natürlich noch einen Schritt weitergehen. Noch mehr trainieren, noch besser werden. Aber dafür fehlt Spielern wie Trainern, die nebenbei studieren oder einen Job ausüben, einfach die Zeit. Das alte Problem im Amateursport, der im Falle des LTV aber bestmöglich ausgereizt wird.

Mittlerweile lässt Lorenzet verstärkt Zweikämpfe und das Umschaltspiel trainieren, weil es in diesen Bereichen zuletzt noch nicht hundertprozentig wie gewünscht lief. Ruhig beobachtet er die Spielübungen und unterbricht, sobald ihm Verbesserungspotenzial auffällt. "Das Trainingsniveau bei uns ist insgesamt sehr gut und die Stimmung in der Mannschaft passt auch", findet er.

Aktuell läuft es ohnehin rund bei den Leichlingern, die vor dem zwölften Spieltag mit dem vierten Tabellenplatz absolut im Soll sind.

Den restlichen Teil der Woche stand schließlich der TuS Volmetal im Mittelpunkt. Wieder eine Videoanalyse und dazu auf den Gegner gemünzte Einheiten. Keine Frage, das ist äußerst zeitintensiv. "Man kann die Anzahl an praktischen Stunden ungefähr mit der Stunden-Anzahl der theoretischen Vorplanung gleichsetzen", mein Lorenzet. Bei grob geschätzt acht Trainingsstunden kommen also noch einmal acht Stunden der Vorbereitung hinzu.

Kein geringer Aufwand - der sich aber schon oft bezahlt gemacht hat. Auch heute Abend soll wieder der Lohn der harten Arbeit eingestrichen werden.

Quelle: RP
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