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Lorenzets wirkungsvoller "Tritt" für Novickis

Lokalsport: Lorenzets wirkungsvoller "Tritt" für Novickis
Rechtshänder Valdas Novickis (mit Ball) hat sich nach einem schwachen Saisonstart zum drittbesten LTV-Torschützen entwickelt. FOTO: Jim Decker
Leichlingen. Der Litauer des Handball-Drittligisten ist in seiner Karriere schon viel herumgekommen. Inzwischen ist er aber in Leichlingen verwurzelt. Von Jim Decker

Als der Leichlinger TV zuletzt vier Spiele in Folge gewann und andeutete, welches Potenzial im Kader schlummert, fand auch ein alter Bekannter zu seinen Stärken zurück. Mit jedem Spiel schien Valdas Novickis besser zu werden. Gegnerische Trainer fanden oft kein anderes Mittel gegen den 31-Jährigen, als ihn in Manndeckung zu nehmen. Doch auch das half nichts. Novickis verteilte im Angriffsspiel nach Belieben die Bälle und warf sich als drittbester LTV-Torschütze zu 56 Treffern und vier verwandelten Siebenmetern.

"Er hat eben Sachen drauf, die an-dere nicht draufhaben", sagt Frank Lorenzet, der Trainer des Handball-Drittligisten. Doch zu Beginn der aktuell pausierenden Saison kamen die wenig zur Geltung. Novickis war oft einen Schritt zu spät und selten die Waffe, die er sein kann. "Er lebt viel von seinem Talent und braucht manchmal einen Tritt", sagt Lorenzet. Und den verpasste der Leichlinger Trainer seinem Rückraumspieler. Seitdem läuft es beim Litauer, der oft "Valdi" gerufen wird.

Novickis' Qualität ist nämlich unbestritten. Schon Vater Valdemaras wurde mit der litauischen Nationalmannschaft Olympiasieger und Weltmeister. Das Talent von Sohn Valdas brachte ihn ebenfalls auf die internationale Ebene, wenn auch nur kurz. Über Magdeburg landete Valdas Novickis in Düsseldorf und damit im erweiterten Jagdrevier Lorenzets. "Ich war damals gut mit dem Manager der HSG Düsseldorf bekannt. Als Valdas dort ausgeliehen wurde, konnten wir ihn ausleihen", sagt der Handball-Trainer. Der junge Novickis machte in Leichlingen auf sich aufmerksam, wurde zurückgeholt und spielte anschließend in der Landeshauptstadt, dem weißrussischen Brest und Österreich höherklassig Handball. Zurück ins Bergische holte ihn schließlich Lorenzet. "Er hat mich damals aus Österreich angerufen und gesagt, dass er zurück in die Nähe von Düsseldorf will", sagt Lorenzet. "Allein gegen solche Leute zu trainieren, hebt das Niveau."

Dort erlebt ihn regelmäßig David Hansen, immerhin zweitbester Tor-schütze der Blütenstädter. "Für unser Spiel ist Valdas ein enormer Faktor", betont Hansen, der schon in seiner ersten Herren-Saison bei der HSG Düsseldorf mit Novickis spielte. Hansen nennt die hervorstechenden Stärken des Kollegen: "Er hat eine gute Übersicht, bindet immer einen bis zwei Gegenspieler und schafft uns dadurch Räume. Außerdem ist er im Eins-gegen-Eins gefährlich. Da greifst du auch ins Leere, wenn du ihn kennst." Mittlerweile taut der meist kühle Osteuropäer sogar auf, wenn er draußen sitzt und feuert die Kollegen an. "Aber klar, große Gesten sind eigentlich nicht seine Sache", sagt Hansen und schmunzelt.

Inzwischen ist Novickis fest im Leichlinger Umfeld verwurzelt, wohnt nur wenige Minuten Fahrzeit entfernt in Solingen. Eine Ausbildung hat er abgeschlossen, arbeitet neben dem Handball als IT-Fachmann und wurde im Mai zum ersten Mal Vater. "Er hat uns bereits signalisiert, dass er gern auch nach seiner aktiven Zeit im Verein bleiben würde", sagt Lorenzet. Selbstverständlich führe er mit allen Spielern, die auf ihr Karriereende zugingen, diesbezüglich Gespräche. Doch bis dahin ist noch Zeit. Valdas Novickis hat noch einen Vertrag bis 2019 und "die Aufhörgrenze hat sich auch im Handball nach oben verschoben", betont Lorenzet.

Quelle: RP
 
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