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LTV besorgt über geplante Verbandsreform

Lokalsport: LTV besorgt über geplante Verbandsreform
Die Reformpläne der Arbeitsgruppe "strukturelle Veränderungen im Leichtathletik-Landesverband Nordrhein" sehen vor, die 14 Kreise ab 2018 in vier Regionen aufzuteilen. FOTO: Frank Langen
Mönchengladbach. Die Arbeitsgruppe "strukturelle Veränderungen im Leichtathletik-Landesverband Nordrhein" hat während des Kreis- und Jugendtages erstmals ihren Vorschlag zur Gebietsreform vorgestellt. Vor allem kleinere Vereine sind skeptisch. Von Oliver Schaulandt und Dorian Audersch

Beim Kreis- und Jugendtag in Mönchengladbach wurden Vertreter der Vereine aus den insgesamt 14 Leichtathletik-Kreisen überrascht von den Ergebnissen der tags vorher laufenden Arbeitsgruppe "strukturelle Veränderungen im Landesverband Nordrhein". Dieser Arbeitsgruppe gehören insgesamt 28 Kreisvertreter an. Die Überraschung: Künftig soll es statt der 14 Kreise am Nordrhein nur noch vier Regionen geben - das zumindest ist die Empfehlung der Arbeitsgruppe für die nächste Beiratssitzung am 13. März.

Die bisherigen Kreise wie etwa Oberberg, Köln/Rhein-Erft sowie Bonn/Rhein-Sieg sollen aufgelöst und zu einer Region zusammengezogen werden - inklusive Leverkusen, das bisher dem Kreis Bergisch Land zugeordnet ist, der außerdem aus den Städten Remscheid, Solingen und Wuppertal sowie dem Kreis Mettmann besteht. Auch Leichlingen würde Teil der neuen Region. Im Leichlinger TV sorgen die Reformpläne nicht für Begeisterung. Manfred Schmitz, ehemaliger Diskuswerfer und Leiter der Leichtathletik-Abteilung, ist skeptisch: "Für uns ist das eher ein Nachteil", meint der 55-Jährige. "Wenn die Pläne so umgesetzt werden, ist das vor allem für den Jugendbereich schlecht."

Grund seien die teils sehr langen Fahrtwege zu Turnieren, die dann nicht mehr auf Kreis-, sondern regionaler Ebene laufen. "Sportler im Kinder- und Jugendalter können nicht ganze Tage auf Wettkämpfen verbringen, wo sie womöglich nur ihre drei Versuchsläufe machen." Durch die größere sportliche Konkurrenz könne es in vielen Disziplinen sein, dass von 50 oder 60 Teilnehmern nur acht in die Endkämpfe einziehen. "Für junge Menschen, die Sport machen und Erfolg haben wollen, ist das eher demotivierend." Durch die Fokussierung auf die Spitze gehe zunehmend die Breite verloren, befürchtet Schmitz: "Das kann nicht Sinn der Sache sein."

Für den TSV Bayer 04, der vor allem im Spitzensport aktiv ist, bietet die Reform kaum Grund zur Kritik. Als bundesweit stärkster Leichtathletik-Standort sei es relativ unerheblich, ob man nun Bergisch Land oder Köln/Rhein-Erft zugeordnet sei, meint Paul-Heinz-Wellmann, Geschäftsführer der Leichtathletik-Abteilung des TSV. "Wir sind autark und sehen die Sache entspannt."

Die Hauptgründe für die Reform sind indes nachvollziehbar. Es fehlen in vielen Vereinen Ehrenamtler, die sich ein Funktionärsamt aufbürden wollen. Turniere sind auf Kreisebene oft nicht mehr möglich, weil es entweder nicht genug Helfer, Kampfrichter und auch Sportler gibt. Durch die Zusammenlegung könnte das behoben werden. Nach der neuen Struktur würde ein Vorstand pro Region entstehen, gegebenenfalls mit hauptamtlichem Geschäftsführer. Auf der Kreisebene werden Beauftragte aktiv, um Nähe zu den Kommunen zu halten.

Nun muss in den Vereinen diskutiert werden - mit Übungsleitern, Trainern und Aktiven. Befürworter empfinden die strukturellen Veränderungen als Schritt in die richtige Richtung, damit Leichtathletik attraktiv bleibt. Der Kreistag verständigte sich darauf, dass der Kreisvorstand den Vereinen die Unterlagen zukommen lässt und sie bis zum 12. März ihre Meinung zu der Reform kundtun können.

Quelle: RP
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