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Lokalsport
LTV - ein Meister ohne Publikum

Lokalsport: LTV - ein Meister ohne Publikum
Tim Hilger (am Ball) und seine Teamkollegen vom Leichlinger TV würden sich über mehr handballbegeisterte Zuschauer Am Hammer freuen. FOTO: MATZERATH
Leichlingen. Der Handball-Drittligist lockt meist nur wenige Zuschauer in die Halle. Heute Abend reist Gummersbach zum Derby an. Von Moritz Löhr

Heimspiele des Leichlinger TV sind nicht selten ein Spektakel. Die Zuschauer im Smidt-Forum sahen schon aufregende Torfestivals, packende Aufholjagden und bittere Niederlagen. Die Ränge bleiben indes weitgehend leer. In den vergangenen beiden Partien gegen die Ahlener SG (37:34) und den GSV Eintracht Baunatal (31:33) fanden jeweils nur etwas mehr als 200 Zuschauer den Weg in die Halle am Hammer, wo immerhin der amtierende Westdeutsche Meister seine Heimspiele austrägt. Heute Abend (20 Uhr) schaut der VfL Gummersbach II zum Derby vorbei.

Das Zuschauerproblem ist für die Leichlinger nicht neu: "In unserer Region herrscht ein Überangebot an Sportveranstaltungen", meint Trainer-Manager Frank Lorenzet, der das Interesse an den Spielen seiner Mannschaft enttäuschend findet: "Viel weniger Leute als bei den letzten Partien hätten ja kaum kommen können." Der Stimmung schadet das naturgemäß. Lediglich ein kleiner und tapferer Block versucht, die Mannschaft mit Trommeln und Gesängen nach vorne zu peitschen. Das sei kein neues Problem, findet Linksaußen David Kreckler: "Gefühlt war das hier schon immer so", sagt der Alterspräsident, der sich an die ruhige Atmosphäre und das "wenig euphorische Publikum" längst gewöhnt hat.

Sommerneuzugang Moritz Barwitzki sieht die Lage etwas anders. "Die Leute, die hier sind, geben alles", meint er. "Aber natürlich wären mehr Zuschauer schöner." Die würden auch helfen, wenn es mal brenzlig werde. So hätte sich die Partie gegen Baunatal eventuell anders entwickelt, wenn in den entscheidenden Phasen das Publikum mehr aus sich herausgekommen wäre, glaubt Barwitzki.

Verantwortlich für die Ergebnisse ist und bleibt aber die Mannschaft. Das wissen die Spieler, das weiß der Trainer und das weiß erst recht das Publikum, welches bei der Pleite gegen Baunatal viele Fehler ertragen musste. Beim Auswärtsspiel in Minden fand Lorenzets Team die passende Antwort und legte - anders als gegen die Hessen - ein äußerst diszipliniertes Spiel hin.

Das braucht es auch gegen Gummersbach, das bisher zwei Siege und fünf Niederlagen auf dem Konto hat. "Das wird ein ähnliches Kaliber wie Minden", glaubt Lorenzet, "Gummersbach hat technisch sehr gute und junge Spieler." Diese dürfen sich im Leichlinger Tor mit Ante Vukas auseinandersetzen, der nach seinem krankheitsbedingten Fehlen in Minden wieder dabei ist. Abgesehen vom Langzeitverletzten Marcus Bouali, der unverändert an seinem Kreuzbandriss laboriert, ist der Kader der "Pirates" damit voll.

An eine Rückkehr Boualis ist aber noch lange nicht zu denken. Der ersten erfolgreichen Operation folgt in Kürze ein zweiter Eingriff. "Er wird noch Monate brauchen, bis er wieder voll mitmischen kann", sagt sein Trainer.

Quelle: RP
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