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LTV: fahrig, fehlerhaft und vogelwild gegen Baunatal

Lokalsport: LTV: fahrig, fehlerhaft und vogelwild gegen Baunatal
Textilprobe: Baunatal kam angriffslustig in die Leichlinger Halle - und kaufte mit seiner forschen Spielweise nicht nur Mike Schulz den Schneid ab. FOTO: RALPH MATZERATH
Leichlingen. Seit Februar waren die Handballer des Leichlinger TV in eigener Halle ungeschlagen. Das 31:33 gegen Baunatal bedeutet das Ende der Heimserie. Von Moritz Löhr

Frank Lorenzets Stuhl musste einiges aushalten. Immer wieder schlug der Trainer des Handball-Drittligisten Leichlinger TV wütend auf seinen Sitz ein, weil ihm das Geschehen auf dem Feld gehörig gegen den Strich ging. Seine Mannschaft lieferte im Heimspiel gegen den GSV Eintracht Baunatal eine fahrige Vorstellung ab - und verlor verdient 31:33 (14:15). Zum ersten Mal seit vergangenem Februar setzte es vor eigenem Publikum wieder eine Niederlage.

Die rund 200 Zuschauer im Leichlinger Smidt-Forum waren bedient. Symbolisch die Szenen wenige Minuten nach der Pause: Die Leichlinger schafften es beim Stand von 17:19 (37.) trotz doppelter Überzahl nicht, den Vorsprung der Gäste aufzuholen - im Gegenteil: Während des Überzahlspiels mit zwei Akteuren mehr erzielte der LTV aus dem Spiel heraus genauso viele Tore wie der Gegner. Es waren die wohl bittersten Minuten des Abends, an dem fast nichts im Leichlinger Spiel gelingen wollte.

Lorenzet sprach nach der Begegnung von "katastrophalen individuellen" Fehlern seiner Mannschaft. Warum die Leichlinger gegen die Hessen nicht ins Spiel fanden, konnte keiner wirklich beantworten. "Keine Ahnung", meinte auch Linksaußen Moritz Barwitzki. "Wir haben den Gegner genau analysiert und bestimmte Dinge angesprochen. Im Spiel haben wir davon aber nichts mehr beachtet." Die Ratlosigkeit und Enttäuschung der "Pirates" spiegelte die Leihgabe des Zweitligisten TuS Ferndorf nach dem Spiel perfekt wider: Während Barwitzki enttäuscht auf dem Hallenboden saß, hörte man die Gäste aus Baunatal bis aus der Kabine ihren zweiten Saisonsieg feiern.

Unter dem Strich hatten diese sich den Erfolg auch dank ihrer eigenen Stärke verdient. "Baunatal war noch stärker als zuletzt in Korschenbroich", fand Lorenzet, der vor dem Spiel von dem bisher "schwersten Gegner" der laufenden Saison sprach. Baunatal überzeugte vor allem mit konsequentem Abschluss vor dem Leichlinger Tor. Lediglich dem starken LTV-Keeper Ante Vukas war es zu verdanken, dass die Gäste nicht vorzeitig mehr Abstand zwischen sich und den Westdeutsche Meister legten.

In die Karten spielte den Hessen freilich auch die Leichlinger Deckung. Agierte sie beim Heimsieg gegen die Ahlener SG (37:34) vor einer Woche noch souverän, zeigte sie nun teils vogelwildes Abwehrverhalten, das den GSV immer wieder zu Treffern einlud. Auf diese Weise entwickelte sich eine turbulente und in Teilen hektische Begegnung.

Taktik-Liebhaber hätten ihren Spaß gehabt. Sowohl Lorenzet als auch sein Trainerkollege Mirko Jaissle stellten Angriffs- und Deckungssysteme immer wieder um. Die Partie schwankte hin und her. Spätestens beim 26:31 (57.) stand der Sieger aber vorzeitig fest.

LTV: Vukas, Bungart - Schulz (8/3), Lange (4), Hilger (3/1), Hansen (7), Padeken (1), Lajnef (3), Novickis (4), Kreckler, Barwitzki (1).

Quelle: RP
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